Bericht des Aufsichtsrats

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Sehr geehrte Damen und Herren!

Die Telekom Austria Group hat im Geschäftsjahr 2014 viele neue Wege beschritten und substanzielle Fortschritte erzielt. Darüber hinaus wurden wichtige Weichenstellungen auf Eigentümerebene vorgenommen, um die zukünftige Entwicklung der Telekom Austria Group weiterhin zu unterstützen. Nach Abschluss des Syndikatsvertrags zwischen ÖIAG und América Móvil im April 2014 hat die Telekom Austria Group mit América Móvil einen neuen kontrollierenden Mehrheitseigentümer, der nach Abschluss des Übernahmeangebots am 20. Oktober 2014 59,7% der Aktien hält. Das Unternehmen ist mit dieser stabilen und langfristig ausgerichteten Eigentümerstruktur für die Zukunft gut gerüstet. Einen wichtigen Beitrag zur weiteren strategischen Entwicklung brachte die im November durchgeführte Kapitalerhöhung in Höhe von 1 Mrd. EUR. Diese stärkt die Kapitalstruktur und sichert wichtige Investitionen für die Zukunft des Unternehmens, wie z. B. den Glasfaserausbau in Österreich.

Auf operativer Ebene ist es uns in Österreich nach jahrelangem Rückgang gelungen, mit dem Fokus auf hochwertige Kundensegmente, der erfolgreichen Umsetzung der Konvergenzstrategie sowie gezielten Kostenoptimierungsprogrammen das bereinigte EBITDA wieder leicht zu steigern. Wir befinden uns also auf dem richtigen Weg. Auch in den CEE-Ländern ist die Unternehmensgruppe den zahlreichen Herausforderungen entgegengetreten. Mit der Republik Mazedonien konnte die Unternehmensgruppe die Konvergenzstrategie in einem vierten Land erfolgreich umsetzen. Zentrales Differenzierungsmerkmal – und damit Erfolgskriterium – ist die hochwertige und leistungsstarke Infrastruktur der Unternehmensgruppe, die mit laufenden Investitionen auf dem allerneuesten technischen Stand gehalten wird. Zahlreiche Auszeichnungen für die beste Netzqualität spiegeln die Leistungsstärke unserer Netze wider.

Anfang Mai 2014 ist mit Herrn Harald Stöber ein langjähriges Mitglied unseres Aufsichtsrates verstorben. Herr Stöber war seit 2003 Aufsichtsrat der Telekom Austria AG und hat den Konzern über lange Jahre mit seiner umfassenden Expertise als ausgewiesener und international anerkannter Telekommunikations-Experte entscheidend mitgeprägt.

Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2014 in zehn Aufsichtsratssitzungen und in zahlreichen Ausschusssitzungen einschließlich eines Strategieworkshops eingehend mit der strategischen Ausrichtung, den Investitions- und Finanzierungsentscheidungen sowie dem Geschäftsverlauf der Telekom Austria Group und ihrer Konzerngesellschaften befasst.

Darüber hinaus wurden personelle Veränderungen in den Organen der Gesellschaft vorbereitet bzw. vollzogen. Per 31. Mai 2014 wurde der Vertrag mit Finanzvorstand Hans Tschuden aufgelöst. Ihm folgte per 1. Juni 2014 Siegfried Mayrhofer nach.

In der außerordentlichen Hauptversammlung am 14. August 2014 kam es in Umsetzung des Syndikatsvertrags zwischen ÖIAG und América Móvil zu einer Neuwahl der Kapitalvertreter des Aufsichtsrates. Sämtliche gewählten Mitglieder des Aufsichtsrates haben ihre Funktion mit Ablauf der außerordentlichen Hauptversammlung am 14. August zurückgelegt. In der außerordentlichen Hauptversammlung am 14. August 2014 erfolgte sodann die Neuwahl des Aufsichtsrates. Bei den ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitgliedern möchte ich mich an dieser Stelle für ihr hohes Engagement und die langjährige gute Zusammenarbeit bedanken.

Im Strategieworkshop des Aufsichtsrates, der im Rahmen einer Aufsichtsratssitzung stattfand, wurden die aktuellen nationalen und internationalen Rahmenbedingungen, die strategischen Chancen und Herausforderungen sowie die Handlungsoptionen zur Optimierung des Geschäftsverlaufs im Detail erörtert. Das zentrale Ziel der Unternehmensstrategie bildet neben der Stabilisierung des Geschäftsverlaufs in den reiferen Märkten das Ausschöpfen aller Potenziale in den Wachstumsmärkten der Telekom Austria Group. In Österreich, Bulgarien und Kroatien und seit 2014 auch in der Republik Mazedonien gilt es, die Strategie zur Forcierung konvergenter Kommunikationslösungen erfolgreich fortzusetzen. Für alle Unternehmenseinheiten sind zudem weitere Effizienzsteigerungen zur Verbesserung der Ertragskraft unverzichtbar. Das Budget 2015 bildete den Arbeitsschwerpunkt der Aufsichtsratssitzung im Dezember 2014.

Der Aufsichtsrat der Telekom Austria AG bekennt sich zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) und zu einer verantwortungsbewussten, auf nachhaltige Wertschaffung ausgerichteten Unternehmensführung und -kontrolle. Alle zehn Kapitalvertreter haben ihre Unabhängigkeit im Sinne der Regel 53 des ÖCGK erklärt. Der Aufsichtsrat hat sich zudem in Entsprechung der Regel 36 des ÖCGK mit der Effizienz seiner Tätigkeit, seiner Organisation und seiner Arbeitsweise befasst.

Wie in Regel 62 des ÖCGK vorgesehen, lässt die Telekom Austria Group alle drei Jahre die Einhaltung der Kodexbestimmungen und die Richtigkeit der damit verbundenen öffentlichen Berichterstattung extern evaluieren. Die zuletzt Anfang 2014 von Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH durchgeführte Evaluierung ist auf keine Tatsachen gestoßen, die im Widerspruch zu der vom Vorstand und vom Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2014 abgegebenen Erklärung zur Beachtung und Einhaltung der „Comply-or-Explain“-Regeln bzw. der Empfehlungen des ÖCGK stehen.

Der Personal- und Nominierungsausschuss hat in zwei Sitzungen die zuvor genannten personellen Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand vorbereitet.

Der Frequenzausschuss, der zur Unterstützung im Rahmen der Frequenzauktion in Österreich im Sommer 2013 eingerichtet wurde, hat sich im 1. Quartal 2014 ausführlich mit der Frequenzauktion in Slowenien auseinandergesetzt. Nach Abschluss dieser Auktion hat der Frequenzausschuss seine Tätigkeit eingestellt.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates hat sich 2014 in drei Sitzungen mit der Finanzberichterstattung im Rahmen des Jahresabschlusses und der Quartalsabschlüsse auseinandergesetzt und darüber hinaus seine Kontrollaufgaben zur Überwachung der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und der Internen Revision wahrgenommen. Die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH hat im Rahmen der Berichterstattung nach § 270 Abs. 1a UGB ihre Unbefangenheit gegenüber dem Prüfungsausschuss schlüssig dargelegt. Über die Ergebnisse der Sitzungen des Prüfungsausschusses wurde dem Aufsichtsrat kontinuierlich berichtet.

Dem Jahresabschluss der Telekom Austria AG und dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 wurde von der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt. Der Lagebericht bzw. der Konzernlagebericht stehen im Einklang mit dem Jahresabschluss bzw. dem Konzernabschluss. Der Aufsichtsrat billigt nach vorhergehender Befassung des Prüfungsausschusses und ausführlicher Erörterung und Prüfung den Jahresabschluss 2014, der damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt ist. Er erklärt sich außerdem nach vorhergehender Befassung des Prüfungsausschusses sowie eingehender Erörterung und Prüfung mit dem gemäß § 245a UGB nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss, dem Lagebericht, dem Konzernlagebericht und dem Corporate-Governance-Bericht einverstanden.

Der Aufsichtsrat schließt sich dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstandes an, wonach für das Geschäftsjahr 2014 eine Dividende von 5 Eurocent je dividendenberechtigte Aktie ausgeschüttet und der Restbetrag auf neue Rechnung vorgetragen werden soll.

Abschließend möchte ich dem Management und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr beachtliches Engagement im herausfordernden Geschäftsjahr 2014 danken. Den Aktionärinnen und Aktionären der Telekom Austria AG möchte ich versichern, dass der Aufsichtsrat auch in Zukunft die strategische Weiterentwicklung der Telekom Austria Group aktiv begleiten und vorantreiben wird.

Rudolf Kemler
Vorsitzender des Aufsichtsrates
Wien, im Jänner 2015

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