(1) Die Gesellschaft und ihre wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

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Geschäftstätigkeit sowie Beziehungen zur Republik Österreich

Die Telekom Austria AG mit Sitz in Österreich, Lassallestraße 9, 1020 Wien, ist eine eingetragene Aktiengesellschaft im Sinne des österreichischen Aktiengesetzes. Die Telekom Austria AG und ihre Tochtergesellschaften („Telekom Austria Group“) sind Anbieter auf den Gebieten internationale, nationale und drahtlose Telekommunikationsdienstleistungen einschließlich Firmennetzwerkdatendiensten, Internetdienstleistungen sowie Übermittlung von Fernsehsendungen. Weitere Aktivitäten umfassen den Verkauf bzw. die Vermietung von Telefonanlagen und technischer Ausstattung für die Telekommunikation. Diese Geschäftstätigkeit wird vorwiegend in Österreich, Bulgarien, Kroatien, Weißrussland, Slowenien, Serbien und Mazedonien ausgeübt.

Das oberste Mutterunternehmen der Telekom Austria Group ist América Móvil, S.A.B. de C.V. (“América Móvil”) mit Sitz in Mexiko. Die Republik Österreich ist über die Österreichische Industrieholding AG („ÖIAG“) eine wesentliche Aktionärin der Telekom Austria Group. Der Anteil am Grundkapital, der von América Móvil und ÖIAG gehalten wird, ist in Anhangangabe (29) ersichtlich.

Neben den in Anhangangabe (10) beschriebenen Geschäftsbeziehungen reguliert und überwacht die Republik Österreich bestimmte Aktivitäten der Telekom Austria Group durch die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH („RTR“). Darüber hinaus besitzt die Republik Österreich die Steuerhoheit über die inländischen Geschäftstätigkeiten der Telekom Austria Group und dadurch das Recht, Steuern wie beispielsweise Körperschaft- und Umsatzsteuer zu erheben.

Bei der Summierung gerundeter Beträge können durch die Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Rechnungslegungsgrundsätze

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 der Telekom Austria Group wurde entsprechend den vom International Accounting Standards Board („IASB“) verabschiedeten International Financial Reporting Standards („IFRS/IAS“), den Interpretationen des IFRS Interpretations Committee („IFRIC“) sowie den Interpretationen des ehemaligen Standards Interpretation Committee („SIC“) erstellt, welche zum 31. Dezember 2014 in Geltung und von der Europäischen Union übernommen waren.

Folgende Änderungen bei bestehenden IFRS sowie einige neue IFRS und IFRIC sind seit dem 1. Jänner 2014 verpflichtend anzuwenden:

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*

Gem. EU-Endorsement für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 17. Juni 2014 beginnen, anzuwenden.

IAS 32

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schulden – Änderungen zu IAS 32

IFRS 10, 12; IAS 27

Investmentgesellschaften – Änderungen zu IFRS 10, 12 und IAS 27

IAS 36

Änderungen zu IAS 36 Angaben zum erzielbaren Betrag

IAS 39

Neuerungen zu Derivaten und Fortführung von Hedge Accounting

IFRIC 21*

Abgaben

Die erstmalige Anwendung der angeführten Standards (IAS, IFRS) und Interpretationen (IFRIC) hatte untergeordnete Auswirkung auf den Konzernabschluss, da die Änderungen nur bedingt anwendbar waren.

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden vom IASB verabschiedet, sind allerdings noch nicht verpflichtend auf das Geschäftsjahr 2014 anzuwenden. Die Telekom Austria Group hat von der Wahlmöglichkeit einer früheren Anwendung dieser Standards und Interpretationen nicht Gebrauch gemacht und überprüft zurzeit die Auswirkungen dieser Standards und Interpretationen auf den Konzernabschluss.

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Geltend ab*

Geltend ab**

*

Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen (gem. IASB).

**

Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen (gem. EU-Endorsement).

IAS 19

Leistungsorientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge

1. Juli 2014

noch nicht übernommen

alle IFRSs

Jährliche Verbesserungen 2011–2013

1. Juli 2014

1. Juli 2015

alle IFRSs

Jährliche Verbesserungen 2010–2012

1. Juli 2014

noch nicht übernommen

IFRS 14

Regulatorische Abgrenzungsposten

1. Jänner 2016

noch nicht übernommen

IFRS 11

Erwerb von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit

1. Jänner 2016

noch nicht übernommen

IAS 16,38

Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden

1. Jänner 2016

noch nicht übernommen

IAS 41

Landwirtschaft: Produzierte Pflanzen

1. Jänner 2016

noch nicht übernommen

IFRS 15

Umsatzerlöse aus Kundenverträgen

1. Jänner 2017

noch nicht übernommen

IFRS 9

Finanzinstrumente

1. Jänner 2018

noch nicht übernommen

alle IFRSs

Jährliche Verbesserungen 2012–2014

1. Jänner 2016

noch nicht übernommen

IAS 27

Einzelabschlüsse – Equity-Methode

1. Jänner 2016

noch nicht übernommen

IFRS 10

Veräußerung von Vermögenswerten eines Investors an bzw. Einbringung in sein assoziiertes Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen

1. Jänner 2016

noch nicht übernommen

Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehlern

Fehler aus früheren Perioden werden rückwirkend geändert. Der Konzernabschluss wird mit allen Vorjahreszahlen so dargestellt, als ob der Fehler aus früheren Perioden niemals aufgetreten wäre. Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen sind prospektiv anzuwenden.

Aufgrund einer Stichprobenprüfung der Österreichischen Prüfstelle für Rechnungslegung (OePR) wurden der Konzernabschluss 2013 sowie der Halbjahresabschluss 2014 der Telekom Austria Group geprüft. Mit Schreiben vom 14. Jänner 2015 wurde die Telekom Austria Group informiert, dass 59.400 TEUR der im zweiten Quartal 2014 erfassten Wertminderung des Firmenwerts in Bulgarien in Höhe von 400.000 TEUR bereits im Jahr 2013 hätten erfasst werden müssen, der Ansatz des Firmenwerts zum 30. Juni 2014 wurde nicht beanstandet (siehe Anhangangabe (17)). Die wertbeeinflussenden Feststellungen der OePR beziehen sich auf die Dauer des Detailplanungszeitraums (Überschreiten des in IAS 36.35 genannten Zeitraums von fünf Jahren), die Berücksichtigung von Effekten aus geplanten zukünftigen Maßnahmen, die eine Verbesserung der Ertragskraft bewirken würden (IAS 36.44(b), und die Berücksichtigung von Schätzungen zum erwarteten Absinken von Länderrisikoprämien (Konvergenzüberlegungen) bei der Ermittlung des Abzinsungssatzes (IAS 36.54).

Weiters wurde festgestellt, dass ein Teil des Verlusts aus den Forward-Starting-Interest-Rate-Swaps (Pre-Hedges) in Höhe von 5.768 TEUR ebenfalls bereits im Juli 2013 mit Begebung der Anleihe, die das abgesicherte Grundgeschäft darstellt, im Zinsaufwand hätte erfasst werden müssen und sich folglich die von Juli bis Dezember 2013 erfasste Auflösung der Hedging-Rücklage im Zinsaufwand um 288 TEUR reduziert (siehe Anhangangabe (7)).

Die Auswirkungen auf die Positionen und die damit im Zusammenhang stehenden latenten Steuern sind in folgender Tabelle dargestellt.

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31. Dezember 2013

wie im Vorjahr berichtet

Berichtigung

angepasst

in TEUR

 

 

 

Firmenwerte

1.581.906

−59.400

1.522.506

Passive latente Steuern

−105.264

5.940

−99.324

Bilanzgewinn und Gewinnrücklagen

132.638

57.570

190.208

Hedging-Rücklage

45.717

−4.110

41.607

 

 

 

 

Wertminderung und Wertaufholung

0

−59.400

−59.400

Zinsaufwendungen

−200.853

−5.480

−206.333

Ertragsteuern

−80.421

7.310

−73.111

JAHRESERGEBNIS

109.700

−57.570

52.130

 

 

 

 

Davon entfällt auf:

 

 

 

Eigentümer der Muttergesellschaft

86.547

−57.570

28.977

 

 

 

 

Ergebnis je Aktie – unverwässert und verwässert

0,20

 

0,07

Die rückwirkende Anpassung hat keine Auswirkung auf die Informationen in der Bilanz zu Beginn der vorangegangenen Periode (1. Jänner 2013).

Im vorliegenden Konzernabschluss erfolgte eine Schätzungsänderung bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (siehe Anhangangabe (9))

Konsolidierungsgrundsätze

Zum 31. Dezember 2014 und 2013 umfasst der Konzernabschluss jeweils 25 inländische sowie 29 und 31 ausländische Tochtergesellschaften, die die Telekom Austria AG beherrscht. Beherrschung liegt dann vor, wenn die Telekom Austria Group das Anrecht auf die Renditen besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels ihrer Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen.

Gemäß IFRS 3 werden Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode zum Erwerbszeitpunkt, d. h. zu dem Zeitpunkt, an dem der Erwerber die Beherrschung über das erworbene Unternehmen erlangt, bilanziert. Der Firmenwert ergibt sich aus dem beizulegenden Zeitwert der übertragenen Gegenleistung und dem Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen und, im Falle eines sukzessiven Erwerbs, dem beizulegenden Zeitwert des zuvor gehaltenen Eigenkapitalanteils, abzüglich des Saldos der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden. Nicht beherrschende Anteile können zum beizulegenden Zeitwert angesetzt werden (Full-Goodwill-Methode). Bei nachträglicher Neueinschätzung des Kaufpreises aufgrund von Ereignissen nach dem Erwerbszeitpunkt ist keine Firmenwertanpassung möglich. Im Fall des Erwerbs zu einem Preis unter dem Marktwert wird der resultierende Gewinn sofort in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Transaktionskosten werden ebenfalls erfolgswirksam erfasst. Beim stufenweisen Erwerb kommt es zu einer erfolgswirksamen Neubewertung der bisherigen Anteile. Sämtliche Transaktionen mit nicht beherrschenden Gesellschaftern werden direkt im Eigenkapital erfasst. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der übernommenen Vermögenswerte und Schulden erfolgt im Rahmen der Kaufpreisallokation anhand von praxisüblichen Discounted-Cashflow-Verfahren, bei denen Inputfaktoren der Hierarchiestufe 3 gemäß IFRS 13 verwendet werden.

Beteiligungen werden nach der Equity-Methode einbezogen, wenn die Telekom Austria Group über einen maßgeblichen Einfluss verfügt, aber keine Beherrschung ausübt. Der Konzernabschluss umfasst zwei (2013: eine) Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Bei Anwendung der Equity-Methode werden nur die Beteiligungsansätze sowie die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber diesen Beteiligungsgesellschaften in der Konzernbilanz ausgewiesen. In die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird das anteilige Jahresergebnis der Beteiligungsgesellschaften übernommen; in der Konzern-Kapitalflussrechnung werden nur Dividenden, Darlehen oder andere von assoziierten Unternehmen erhaltene oder an sie gezahlte Mittel angeführt.

Alle wesentlichen konzerninternen Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen den vollkonsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten wurden im Rahmen der Konsolidierung aufgerechnet.

Eine Aufstellung der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften erfolgt unter Anhangangabe (38).

Währungsumrechnung

Der Konzernabschluss der Telekom Austria Group wird in tausend Euro („TEUR“) erstellt.

Die Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung eine andere als Euro ist, werden entsprechend dem Prinzip der funktionalen Währung umgerechnet. Für Bilanzposten erfolgt die Umrechnung zum Stichtagskurs. Aufwands- und Ertragsposten werden mit dem Jahresdurchschnittskurs bzw. in Tochtergesellschaften in Hochinflationsländern mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Daraus resultierende Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst und bis zur Veräußerung der Beteiligung in der Rücklage aus Währungsumrechnung im Eigenkapital dargestellt.

Währungsumrechnungsdifferenzen, die durch Wechselkursschwankungen zwischen der Erfassung der Transaktion und deren Zahlungswirksamkeit bzw. der Bewertung zum Bilanzstichtag entstehen, werden erfolgswirksam erfasst und im Finanzergebnis ausgewiesen.

Die folgende Tabelle zeigt die Fremdwährungskurse jener Fremdwährungen, in denen die Telekom Austria Group ihre Geschäfte abwickelt:

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Stichtagskurse
zum 31. Dezember

Jahresdurchschnittskurse
für das Jahr

 

2014

2013

2014

2013

*

Anwendung des Stichtagskurses auch für Aufwands- und Ertragsposten aufgrund der Anwendung von IAS 29 „Rechnungslegung in Hochinflationsländern“.

Bulgarischer Lew (BGN)

1,9558

1,9558

1,9558

1,9558

Kroatische Kuna (HRK)

7,6580

7,6265

7,6348

7,5787

Tschechische Krone (CZK)

27,7350

27,4270

27,5361

25,9734

Ungarischer Forint (HUF)

315,5400

297,0400

308,7371

296,9530

Serbischer Dinar (RSD)

120,9583

114,6421

117,2601

113,0943

Schweizer Franken (CHF)

1,2024

1,2276

1,2146

1,2308

Rumänischer Leu (RON)

4,4828

4,4710

4,4445

4,419

Türkische Lira (TRY)

2,8320

2,9605

2,9073

2,5311

Mazedonischer Denar (MKD)

61,4814

61,5113

61,6224

61,5826

Weißrussischer Rubel (BYR)*

14.380,0000

13.080,0000

14.380,0000

13.080,0000

US-Dollar (USD)

1,2141

1,3791

1,3284

1,3278

Britisches Pfund (GBP)

0,7789

0,8337

0,7930

0,8491

Bosnische konvertible Mark (BAM)

1,9558

1,9558

1,9558

1,9558

Polnischer Zloty (PLN)

4,2732

4,1543

4,1859

4,1968

Rechnungslegung in Hochinflationsländern

Abschlüsse von Tochterunternehmen in Hochinflationsländern werden vor der Umrechnung in Konzernwährung und vor Konsolidierung angepasst, sodass alle Posten mit demselben Kaufkraftniveau angegeben werden. Beträge in der Bilanz, die noch nicht in der am Abschlussstichtag geltenden Maßeinheit ausgedrückt sind, werden anhand eines allgemeinen Preisindex angepasst. Alle nicht monetären Posten der Bilanz, die zu Anschaffungskosten bzw. zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden um Veränderungen des Index zwischen dem Datum des Geschäftsvorfalls und dem Bilanzstichtag angepasst. Monetäre Posten werden nicht angepasst. Sämtliche Bestandteile des Eigenkapitals werden vom Zeitpunkt ihrer Zuführung anhand eines allgemeinen Preisindex angepasst. Alle Posten der Gesamtergebnisrechnung werden anhand des allgemeinen Preisindex ab dem Zeitpunkt, zu dem die jeweiligen Erträge und Aufwendungen erstmals erfasst wurden, angepasst. Gewinne oder Verluste aus der Nettoposition monetärer Posten werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Finanzergebnis unter den Wechselkursdifferenzen ausgewiesen.

Die Abschlüsse der in Weißrussland tätigen Tochtergesellschaften basieren grundsätzlich auf dem Konzept historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten. Seit 2011 müssen diese aufgrund von Änderungen der allgemeinen Kaufkraft der funktionalen Währung angepasst werden und sind daher in der am Abschlussstichtag geltenden Maßeinheit angegeben. Es wurden die vom weißrussischen „National Statistical Committee“ veröffentlichten Verbraucherpreisindizes herangezogen. In den folgenden Tabellen ist die für die Berechnung herangezogene Inflation angeführt:

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Jahre

Inflation in %

2008

13,4

2009

9,8

2010

10,1

2011

108,7

2012

21,8

2013

16,5

2014

16,2

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Monatliche Inflation in %

2014

2013

Jänner

1,6

3,0

Februar

2,0

1,2

März

1,3

1,1

April

1,6

0,5

Mai

2,2

0,7

Juni

1,2

0,3

Juli

0,9

1,0

August

0,8

0,1

September

1,2

1,7

Oktober

1,2

1,9

November

0,6

1,6

Dezember

0,6

2,3

Für die Einbeziehung dieser ausländischen Tochtergesellschaften in den Konzernabschluss erfolgt die Umrechnung der Bilanzposten sowie der Aufwands- und Ertragsposten zum Stichtagskurs.

Hyperinflationsbilanzierung nach IAS 29 in Weißrussland wird bis zum 31. Dezember 2014 angewendet. Aufgrund der volatilen Marktentwicklung seit 1. Jänner 2015 wird auf Basis der weiteren Inflationsentwicklung im Geschäftsjahr 2015 beurteilt, ob Hyperinflationsbilanzierung im Geschäftsjahr 2015 wieder anzuwenden ist. Im Falle der Beendigung der Hyperinflationsbilanzierung werden die Beträge, die am 31. Dezember 2014 in der geltenden Maßeinheit ausgedrückt sind, als Grundlage für die Buchwerte im Jahr 2015 herangezogen.

Gliederung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Die Telekom Austria Group definiert EBITDA als Jahresergebnis exklusive Finanzergebnis, Ertragsteuern und Abschreibungen. EBITDA bereinigt und EBITDA inkl. Effekte aus Restrukturierung und Werthaltigkeitsprüfung werden als Maßstab verwendet, um Trends der einzelnen Geschäftsbereiche besser einschätzen zu können. EBITDA bereinigt beinhaltet das EBITDA, angepasst um Restrukturierungsaufwendungen (siehe Anhangangabe (22)) und gegebenenfalls um Wertminderung bzw. Wertaufholung. Restrukturierungsaufwendungen beinhalten Sozialpläne für Mitarbeiter, deren Dienstverhältnis auf sozial verträgliche Weise aufgelöst wird, und zukünftige Aufwendungen für Beamte, die dauerhaft aus dem Leistungsprozess ausscheiden und deren Dienstverhältnis aufgrund des Beamtenstatus nicht beendet werden kann. Weiters werden Aufwendungen für den Wechsel von Beamten zum Bund für die Ermittlung des bereinigten EBITDA berücksichtigt.

Umsatzrealisierung

Die Umsatzerlöse enthalten alle Erlöse, die aus der typischen Geschäftstätigkeit der Telekom Austria Group resultieren. Die Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer und sonstige bei den Kunden erhobene und an die Steuerbehörden abgeführte Steuern ausgewiesen.

Die Telekom Austria Group erzielt Umsätze aus der Erbringung von Festnetzdienstleistungen sowie Dienstleistungen im Bereich der Mobilkommunikation an natürliche Personen, gewerbliche und nicht gewerbliche Organisationen und andere nationale und internationale Netzbetreiber.

Festnetzdienstleistungen umfassen Netzzugangsentgelte, Leistungen im Fern- und Ortsnetzbereich einschließlich Internetdiensten, Verbindungen vom Festnetz zu Mobilfunknetzen, internationalen Verkehr, Sprachmehrwertdienste, Zusammenschaltungen, Call-Center-Leistungen und öffentliche Münztelefonieleistungen.

Mobilkommunikationsdienstleistungen umfassen die digitale Mobilkommunikation einschließlich Mehrwertdiensten wie Text- und Multimedia-Nachrichten, m-Commerce und Informationsdiensten. Bestimmte Verträge verpflichten die Telekom Austria Group zur Lieferung von mehreren Komponenten. Diese Mehrkomponentenverträge beinhalten im Bereich Mobilkommunikationsdienstleistungen typischerweise den Verkauf eines Mobiltelefons, das Freischaltungsentgelt, eine jährliche SIM-Pauschale und den Telefonvertrag. Im Bereich Festnetzdienstleistungen beinhalten diese Verträge typischerweise Internet- und Festnetzleistungen sowie optional Fernsehen und Mobilfunkleistungen. Die Telekom Austria Group teilt diese Verträge generell in separat zu betrachtende Bilanzierungseinheiten („Units of Accounting“) ein. Diese Einteilung basiert auf der Annahme, dass die einzelnen Leistungskomponenten jeweils einen von den anderen Leistungskomponenten getrennten Nutzen für den Kunden haben. Der gesamte Erlös aus diesen Verträgen wird nach Maßgabe relativer beizulegender Werte und unter Beachtung aller Beträge, deren Erlös noch ungewiss ist, auf die einzelnen Leistungskomponenten aufgeteilt.

Für Dienstleistungen im Fern- und Ortsnetzbereich werden Umsätze aufgrund von Gesprächsminuten oder vertraglich vereinbarten Fixtarifen zu jenem Zeitpunkt erfasst, zu dem die Leistung erbracht wird. Erlöse aus eingehenden Gesprächen von inländischen und ausländischen Netzbetreibern werden in jener Periode ertragswirksam erfasst, in der die Gespräche stattfinden.

Zugangsentgelte, Grundentgelte, Wartungsverträge, Serviceleistungen und Erlöse für Mietleitungen für Geschäftskunden werden im Voraus fakturiert. Diese Entgelte und Erlöse werden passivisch abgegrenzt und als Ertrag über den Leistungszeitraum erfasst. Skonti und Rabatte werden zum Zeitpunkt der Gewährung als Erlösminderung gebucht.

Erlöse aus Handelswarenverkäufen und aus der Erbringung sonstiger Leistungen werden bei Lieferung und Annahme durch den Kunden oder bei der Leistungserbringung entsprechend den Vertragsbedingungen realisiert.

Die Installation von Teilnehmeranschlüssen ist eine gesonderte Dienstleistung, die von der Telekom Austria Group auch unabhängig von anderen Leistungen erbracht wird. Erlöse aus solchen Arbeiten werden erfasst, sobald die Installation abgeschlossen ist.

Die Telekom Austria Group hat einzelne Vereinbarungen mit ausländischen Telekommunikationsunternehmen abgeschlossen, wodurch die Telekom Austria Group vertraglich vereinbarten Zugang zu bestehenden Kapazitäten in ihrem Netzwerk gewährt. Als Gegenleistung erhält die Telekom Austria Group Zugang zum Telefonnetz der anderen Vertragspartei. Die Telekom Austria Group erfasst weder Erlöse noch Verbindlichkeiten gegenüber der Vertragspartei aus solchen Vereinbarungen, da es sich um gleichartige und gleichwertige Leistungen handelt, ausgenommen Umsatzerlöse aus Kundentransaktionen zu normalen Tarifen. Kosten und Nutzen dieser Tauschvereinbarungen wirken sich in jenen Perioden aus, in denen sie durch verminderte Verbindungserlöse bzw. -aufwendungen realisiert werden.

Erlöse aus Verbindungs- und Roamingleistungen werden aufgrund von Gesprächsminuten oder vertraglich vereinbarten Tarifen als Umsatz zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem die Leistung erbracht wurde. Erlöse aus Roamingleistungen für ausländische Netzbetreiber werden in jener Periode ertragswirksam erfasst, in der die Gespräche stattfinden.

Bestimmte Wertkartendienste werden im Voraus fakturiert. Diese Dienste werden passivisch abgegrenzt und über den Leistungszeitraum als Ertrag erfasst. Skonti und Rabatte werden zum Zeitpunkt der Gewährung als Erlösminderung gebucht. Aufwendungen zur Kundengewinnung werden verteilt über die vertragliche Mindestbindungsdauer als Marketingaufwendungen erfasst, falls ein Leistungsvertrag abgeschlossen wurde.

Kundenbindungsprogramme, die auf Basis von getätigten Umsätzen zu Ansprüchen auf den Bezug neuer Mobilfunkgeräte oder Zubehör führen und in Form von Bonuspunkten mit den Kunden verrechnet werden, werden umsatzreduzierend zum Zeitpunkt der Gewährung bzw. umsatzerhöhend zum Zeitpunkt der Einlösung und des Verfalls der Ansprüche erfasst.

Freischaltungserträge und die damit zusammenhängenden Aufwendungen werden grundsätzlich über die Mindestvertragsdauer erfasst. Freischaltungsentgelte haben keinen selbstständigen Wert für den Kunden und werden daher als Teil des gesamten Entgelts auf Basis der relativen beizulegenden Werte aufgeteilt.

Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Forschungsaufwendungen beziehen sich gemäß IAS 38 auf die eigenständige und planmäßige Suche mit der Aussicht, neue wissenschaftliche oder technische Erkenntnisse zu gewinnen, und werden als Aufwand in jener Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungsaufwendungen sind Kosten, die anfallen, wenn Forschungserkenntnisse angewendet werden, um diese technisch und wirtschaftlich realisierbar zu machen. Wenn eine Trennung der Entwicklungsaufwendungen von den Forschungsaufwendungen nicht möglich ist bzw. wenn die Aktivierungsvoraussetzungen nicht erfüllt sind, werden Entwicklungsaufwendungen gemäß IAS 38 genauso wie Forschungsaufwendungen in jener Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. In den Jahren 2014 bzw. 2013 wurden 17.136 TEUR bzw. 18.301 TEUR in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung unter den Aufwandsarten Personal, Abschreibung und sonstige betriebliche Aufwendungen berücksichtigt.

Zinsen, Nutzungsentgelte und Dividenden

Zinsen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode („Effective Interest Method“) gemäß IAS 39 erfasst. Nutzungsentgelte sind periodengerecht entsprechend den Vertragskonditionen zu erfassen. Dividenden werden bei Entstehung des Rechtsanspruchs der Aktionäre auf Zahlung erfasst.

Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) wird mittels Division des Periodenergebnisses durch die durchschnittliche gewichtete Anzahl der während des Jahres im Umlauf befindlichen Aktien ermittelt. Der Vorstand hat festgelegt, die Zuteilung von Aktien im Rahmen des Long-Term-Incentive-Programms in bar abzugelten. Daher wurde für die Jahre 2014 und 2013 im Zusammenhang mit den laufenden Mitarbeiterbeteiligungsplänen kein verwässernder Effekt in die Berechnung einbezogen.

Liquide Mittel

Die Telekom Austria Group weist Guthaben bei Kreditinstituten und hochliquide Finanzanlagen mit Restlaufzeiten von bis zu drei Monaten, gerechnet vom Erwerbszeitpunkt, als liquide Mittel aus. Geldmarktveranlagungen mit einer Restlaufzeit von über drei Monaten ab dem Erwerbszeitpunkt werden zusammen mit Wertpapieren in den kurzfristigen Finanzinvestitionen ausgewiesen. Der Finanzmittelfonds der Kapitalflussrechnung entspricht den in der Bilanz ausgewiesenen liquiden Mitteln, über die die Telekom Austria Group verfügen kann.

Wertpapiere und sonstige langfristige Finanzinstrumente

Entsprechend IAS 39 werden Wertpapiere und bestimmte langfristige Finanzinstrumente von der Telekom Austria Group als zur Veräußerung verfügbare („Available for Sale“) Finanzinvestitionen klassifiziert und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Wenn kein beizulegender Zeitwert ermittelbar ist, erfolgt die Bewertung zu Anschaffungskosten. Nicht realisierte Gewinne und Verluste aus der Bewertung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen werden nach Abzug von Ertragsteuern im Sonstigen Ergebnis des Jahres (OCI) ausgewiesen.

Die Werthaltigkeitsprüfung für Wertpapiere erfolgt in zwei Stufen, wobei überprüft wird, ob ein wesentlicher Unterschied zwischen den Anschaffungskosten und dem beizulegenden Zeitwert der Wertpapiere besteht und über welchen Zeitraum diese Differenz besteht. Die Telekom Austria Group ermittelt auf Basis einer Einzelbewertung, ob die Änderung des beizulegenden Zeitwerts temporär und unwesentlich ist. Wenn die Wertänderung nicht temporär und nicht unwesentlich ist, werden Verluste aus Wertminderungen ergebniswirksam in der Periode als sonstige Aufwendungen im Finanzergebnis erfasst. Weiters evaluiert die Telekom Austria Group, ob es objektive Hinweise auf den möglichen Ausfall eines Schuldners (Kreditrisiko) gibt.

Fallen Wertminderungsgründe in der Folge weg, wird die Wertminderung ganz oder teilweise rückgängig gemacht. Ergebniswirksam erfasste Wertminderungen von zur Veräußerung verfügbar gehaltenen Eigenkapitalinstrumenten dürfen nicht ergebniswirksam rückgängig gemacht werden. Wenn sich der beizulegende Zeitwert eines zur Veräußerung verfügbar eingestuften Schuldinstruments erhöht und sich diese Erhöhung objektiv auf ein Ereignis zurückführen lässt, das nach der ergebniswirksamen Verbuchung der Wertminderung eingetreten ist, ist diese Wertaufholung ergebniswirksam zu erfassen.

Nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente werden nicht mit dem beizulegenden Zeitwert erfasst, da dieser nicht verlässlich ermittelt werden kann. Diese Eigenkapitalinstrumente werden zu Anschaffungskosten abzüglich eventuell erforderlicher Wertminderungen erfasst. Die Höhe der Wertminderung wird als Differenz zwischen dem Buchwert des finanziellen Vermögenswerts und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows, abgezinst mit der aktuellen Marktrendite eines vergleichbaren finanziellen Vermögenswerts, ermittelt. Eine Wertaufholung derartiger Wertminderungen über die Gewinn-und-Verlust-Rechnung in Folgeperioden ist unzulässig.

Forderungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Forderungen werden der Kategorie „Darlehen und Forderungen“ zugeordnet und zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum niedrigeren erzielbaren Betrag angesetzt.

Wenn objektive Anzeichen dafür vorliegen, dass die Telekom Austria Group nicht die ursprünglich vereinbarten Beträge erhalten wird, wird eine Wertminderung zu Darlehen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen erfasst (Einzelwertberichtigungen). Wesentliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz des Schuldners, Zahlungsverzug oder Zahlungsunfähigkeit sind Indikatoren für eine Wertminderung.

Zusätzlich wird für Gruppen von ähnlichen finanziellen Vermögenswerten eine gruppenweise Einzelwertberichtigung gebildet, welche aufgrund von Zahlungsstatistiken aus der Vergangenheit berechnet wird.

Der Buchwert der Forderungen wird über ein Wertberichtigungskonto vermindert, und der Betrag der Wertminderung wird in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst. Wenn eine Forderung tatsächlich uneinbringlich wird, wird diese direkt ausgebucht.

Vorräte

Die Vorräte umfassen Handelswaren, die in Geschäften der Telekom Austria Group oder an Händler verkauft werden, sowie Materialbestände und Ersatzteile, die vor allem im eigenen Netzausbau eingesetzt werden. Die Bewertung der Vorräte erfolgt zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert, wobei die Kosten nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren ermittelt werden. Der Nettoveräußerungswert der Handelswaren wird aufgrund der bei einer normalen Geschäftsentwicklung geschätzten Verkaufspreise abzüglich der noch anfallenden Vertriebskosten ermittelt. Für Ersatzteile und Materialien stellen Wiederbeschaffungskosten die beste verfügbare Bewertungsgrundlage für den Nettoveräußerungswert dar.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Zum Verkauf vorgesehene langfristige Vermögenswerte werden gemäß IFRS 5 mit dem Buchwert oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten eingestuft werden, werden keiner weiteren Abschreibung unterzogen und als gesonderter Posten in der Bilanz ausgewiesen. Nettogewinne oder -verluste aus dem Verkauf von Anlagevermögen, das zur Veräußerung gehalten eingestuft war, werden zusammen mit den Gewinnen und Verlusten aus dem Abgang von Anlagevermögen als sonstiger betrieblicher Ertrag oder Aufwand ausgewiesen.

Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte

Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht genutzt werden können, werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern gemäß IAS 36 zumindest einmal pro Jahr im 4. Quartal einem Werthaltigkeitstest unterzogen, unabhängig davon, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt. Dies erfolgt, indem die Buchwerte mit dem erzielbaren Betrag verglichen werden. Wenn ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, wird die Werthaltigkeit auch anlassbezogen geprüft.

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über die Nutzungsdauer auf den Restwert abgeschrieben, wobei auch hier eine Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt, wenn ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt.

Die Telekom Austria Group hat jährlich die Entscheidung hinsichtlich der Zuordnung von immateriellen Vermögenswerten als solche mit einer unbestimmten Nutzungsdauer zu überprüfen. Ergibt die Überprüfung, dass ein immaterieller Vermögenswert mit einer ursprünglich als unbestimmt angenommenen Nutzungsdauer nunmehr eine begrenzte Nutzungsdauer aufweist, ist dieser auf den niedrigeren erzielbaren Betrag abzuwerten und der verbleibende Buchwert über die geschätzte verbleibende Nutzungsdauer abzuschreiben.

Zum Zweck der Überprüfung auf eine Wertminderung werden die Vermögenswerte in der kleinsten Gruppe von Vermögenswerten zusammengefasst, die Mittelzuflüsse aus der fortgesetzten Nutzung erzeugen, die weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Firmenwerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden vom Übernahmetag an jenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von Einheiten zugeordnet, die einen Nutzen aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses ziehen. Die Zuordnung erfolgt unabhängig davon, ob diesen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten andere Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens zugeordnet worden sind. Jede zahlungsmittelgenerierende Einheit oder Gruppe von Einheiten, der ein Firmenwert zugeordnet worden ist, hat (a) die niedrigste Ebene innerhalb des Unternehmens darzustellen, der der Firmenwert für interne Managementzwecke zur Überwachung zugeordnet wird, und darf (b) nicht größer sein als ein Geschäftssegment. Zahlungsmittelgenerierende Einheiten, denen ein Firmenwert zugewiesen wurde, müssen jährlich auf ihre Werthaltigkeit geprüft werden. Die Prüfung der Werthaltigkeit erfolgt, indem der Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit unter Einbeziehung des zugewiesenen Firmenwerts mit dem erzielbaren Betrag dieser Einheit verglichen wird. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere Wert aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten und dem Nutzungswert.

Zur Durchführung der Werthaltigkeitsprüfung wird von der Telekom Austria Group der Nutzungswert mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren berechnet. Die angewendeten gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, WACC) entsprechen der durchschnittlichen gewichteten Verzinsung von Eigen- und Fremdkapital. Der Nutzungswert entspricht den geschätzten künftigen Netto-Zahlungsströmen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf Basis der Geschäftspläne, die für einen Zeitraum von vier Jahren erstellt wurden. Die wesentlichen Annahmen bei der Berechnung des Nutzungswerts betreffen die Umsatzentwicklung, die Kostentreiber, die Anlagenzugänge, die Wachstumsrate und den Abzinsungssatz.

Die Annahmen bezüglich der Umsatzentwicklung basieren auf bisherigen Ergebnissen, Industrieprognosen und externen Marktdaten wie der Entwicklung des Bruttoinlandprodukts (BIP), der Inflationsraten, der Wechselkurse, der Bevölkerungszahlen und sonstiger Parameter.

Die Kostentreiber und die Anlagenzugänge basieren auf Erfahrungswerten und internen Erwartungen.

Die Wachstumsraten reflektieren gewichtete durchschnittliche Wachstumsraten basierend auf makroökonomischen Prognosen, die an die verschiedenen Märkte angepasst werden.

Die Abzinsungssätze werden für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit aus Marktdaten unter Berücksichtigung der mit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit verbundenen Risiken abgeleitet. Die Kosten des Eigenkapitals werden aus den erwarteten Kapitalerträgen der Investoren abgeleitet. Die Kosten des Fremdkapitals basieren auf den zinstragenden Verbindlichkeiten der Telekom Austria Group. Die Beta-Faktoren und die Kapitalstruktur werden von öffentlich verfügbaren Marktdaten der Peer Group abgeleitet.

Liegt der erzielbare Betrag dabei über dem Buchwert, liegt weder für die betreffende zahlungsmittelgenerierende Einheit noch für den ihr zugewiesenen Firmenwert eine Wertminderung vor. Es wird vielmehr untersucht, ob eine in der Vergangenheit erfasste Wertminderung (außer für Firmenwerte) wieder zugeschrieben werden muss. Wenn der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit geringer ist als deren Buchwert, wird ein Aufwand aus Wertminderung in der Gewinn-und-Verlustrechnung erfasst. Die Wertminderung wird zuerst dem Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet. Der übersteigende Betrag wird den sonstigen Vermögenswerten der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet und auf diese entsprechend ihren Buchwerten verteilt, wobei eine Wertminderung der Buchwerte unter den beizulegenden Zeitwert der sonstigen Vermögenswerte nicht erfolgt. Die Buchwertminderungen stellen Aufwendungen aus der Wertminderung für die einzelnen Vermögenswerte dar.

Immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmten Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

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Jahre

*

Siehe auch Laufzeiten in Anhangangabe (18).

Mobilfunk- und Festnetzlizenzen*

3–30

Patente und ähnliche Rechte

2–30

Kundenstock

2–14

Software

2–12

Sonstige

2–50

Bei den sonstigen immateriellen Vermögenswerten mit einer Nutzungsdauer von über 20 Jahren handelt es sich um nicht veräußerbare Nutzungsrechte für Glasfaserkabel und Funkfrequenzen, die über einen vereinbarten Zeitraum genutzt werden. Diese Nutzungsrechte werden über die Laufzeiten der Verträge abgeschrieben.

Markennamen werden als immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer, basierend auf einer Analyse des Produktlebenszyklus, der vertraglichen und gesetzlichen Kontrolle über den Vermögenswert und anderer einschlägiger Faktoren, klassifiziert. Wird beabsichtigt, einen Markennamen in absehbarer Zukunft nicht weiterzuführen, wird dieser über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben.

Software-Entwicklungskosten

Bestimmte direkte und indirekte Entwicklungskosten für selbst entwickelte Software werden aktiviert, nachdem das Projekt die Umsetzungsphase erreicht hat. Die Entwicklungskosten werden linear über einen Zeitraum von höchstens vier Jahren abgeschrieben, beginnend mit dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert im Wesentlichen einsatzbereit ist. Zu aktivierende Entwicklungskosten umfassen direkte Kosten für Material und bezogene Leistungen sowie Personalaufwand. Kosten während der Anlaufphase der Projekte, Wartungs-, Schulungs- sowie Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen werden im Jahr des Entstehens sofort als Aufwand erfasst.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten enthalten bestimmte Aufwendungen, die während der Errichtung bzw. des Ausbaus des Telekommunikationsnetzes anfallen, wie zum Beispiel Material- und Personalaufwand, direkt zurechenbare Gemeinkosten und Zinsaufwand, sowie den Barwert der Verpflichtungen aus dem Abbau von Vermögenswerten sowie gegebenenfalls der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands. Umsatzsteuer, die von Lieferanten in Rechnung gestellt wird und zum Vorsteuerabzug berechtigt, ist nicht Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Auf Basis von Finanzierungsleasing gemietete Sachanlagen werden mit dem Barwert der Mindestleasingraten oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt.

Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens werden linear über die geschätzte betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer berechnet. Geleaste Sachanlagen (Finanzierungsleasing) und Einbauten in fremden Gebäuden werden linear über den jeweils kürzeren Zeitraum aus Leasingdauer oder betriebsgewöhnlicher Nutzungsdauer der Sachanlagen abgeschrieben.

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer beträgt für:

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Jahre

Übertragungstechnik

3–10

Linientechnik

4–20

Vermittlungstechnik

4–20

Büro- und Geschäftsausstattung

2–10

Gebäude und Einbauten in fremden Gebäuden

3–50

Instandhaltung und Reparaturen werden im Jahr des Anfalls als laufender Aufwand gebucht, Ersatz- sowie wertsteigernde Investitionen werden aktiviert. Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang erfasst, wobei die Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und dem Buchwert erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst wird.

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungskosten aktiviert.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuschüsse der öffentlichen Hand für Vermögenswerte werden von den Anschaffungskosten abgezogen. Erfolgsbezogene Zuwendungen werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung als sonstiger betrieblicher Ertrag ausgewiesen.

Wertminderung von Anlagevermögen

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer werden auf Wertminderungen untersucht, wenn Ereignisse oder Änderungen der Verhältnisse darauf hinweisen, dass der Buchwert eines Vermögenswerts über dem beizulegenden Zeitwert liegt. Die Werthaltigkeitsprüfung wird dabei für alle Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte durchgeführt, und zwar unabhängig davon, ob diese zum Verkauf bestimmt sind oder nicht. Entsprechend den Vorschriften des IAS 36 wird ein Aufwand aus Wertminderung erfasst, wenn der Buchwert über dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert liegt. Der beizulegende Zeitwert entspricht jenem Betrag, der in einer fremdüblichen Verkaufstransaktion erzielbar ist. Der Nutzungswert entspricht den geschätzten künftigen abgezinsten Netto-Zahlungsströmen, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind. Wertminderungen werden gesondert in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Gibt es einen Anhaltspunkt dafür, dass eine Wertminderung nicht mehr vorliegt, überprüft die Telekom Austria Group, ob die Wertminderung ganz oder teilweise rückgängig gemacht werden muss.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Sämtliche finanziellen Verbindlichkeiten werden gemäß IAS 39 der Kategorie sonstige Verbindlichkeiten zugeordnet und bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags erfasst. Unterschiede zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag werden über die Laufzeit der Verbindlichkeit nach der Effektivzinsmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen („Fortgeführte Anschaffungskosten“).

Sonstige Verbindlichkeiten

Sonstige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.

Rückstellungen

Rückstellungen werden angesetzt, wenn Verpflichtungen gegenüber Dritten bestehen, die wahrscheinlich zu einem Mittelabfluss bei der Telekom Austria Group führen und die verlässlich geschätzt werden können. Langfristige Personalrückstellungen, Restrukturierungsrückstellungen und Rückstellungen für die Stilllegung von Vermögenswerten werden mit ihrem Barwert angesetzt.

Restrukturierungsrückstellungen beinhalten Rückstellungen für belastende Verträge gemäß IAS 37 sowie Rückstellungen für Sozialpläne gemäß IAS 19.

Leasingverhältnisse

Leasingverhältnisse, bei denen der Telekom Austria Group als Mieter im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen eines Vermögenswerts übertragen werden, sind als Finanzierungsleasing einzustufen. Andernfalls liegt ein Operating-Leasing-Verhältnis vor. Sachanlagen, die im Zuge von Finanzierungsleasingverträgen erworben werden, werden in Höhe des beizulegenden Zeitwerts oder des niedrigeren Barwerts der Mindestleasingzahlungen zu Beginn des Leasingverhältnisses abzüglich Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen angesetzt.

Wenn im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen der Telekom Austria Group als Vermieter zurechenbar sind, wird der Leasinggegenstand von der Telekom Austria Group bilanziert. Der Leasinggegenstand wird nach den auf den Vermögenswert anwendbaren Regeln in Übereinstimmung mit IAS 16 angesetzt. Die Leasingzahlungen werden über die Laufzeit des Leasingvertrags erfolgswirksam realisiert. Leasingverhältnisse, bei denen die Telekom Austria Group als Vermieter im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen eines Vermögenswerts überträgt, sind als Finanzierungsleasing einzustufen. Leasingforderungen werden in Höhe des Nettoinvestitionswerts aus dem Leasingverhältnis erfasst.

Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern

Die Telekom Austria Group hat Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern sowohl aus beitragsorientierten als auch aus leistungsorientierten Versorgungsplänen.

Im Falle von beitragsorientierten Versorgungsplänen leistet die Telekom Austria Group aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Verpflichtung Zahlungen in privatwirtschaftliche oder öffentlich-rechtliche Pensionssysteme und Mitarbeitervorsorgekassen. Außer der Beitragszahlung bestehen keine weiteren Verpflichtungen. Die regelmäßigen Beitragsleistungen werden in der jeweiligen Periode im Personalaufwand erfasst.

Alle anderen Verpflichtungen resultieren aus ungedeckten leistungsorientierten Versorgungssystemen und werden entsprechend rückgestellt. Für die Ermittlung der Rückstellung verwendet die Telekom Austria Group in Übereinstimmung mit IAS 19 die Methode der laufenden Einmalprämien. Die zukünftigen Verpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet und basieren auf einer sachgerechten Annahme des Abzinsungsfaktors, des Fluktuationsabschlags und der Gehalts- und Pensionssteigerungen.

Ergebnisse aus der Neubewertung der Abfertigungs- und Pensionsrückstellung werden im Sonstigen Ergebnis des Jahres (OCI), jene der Jubiläumsgeldrückstellung sofort erfolgswirksam erfasst. Die Neubewertung der leistungsorientierten Verpflichtung umfasst in der Telekom Austria Group nur versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, da kein Planvermögen vorhanden ist. Der Zinsaufwand aus langfristigen Personalrückstellungen wird im Finanzergebnis und der Dienstzeitaufwand im Personalaufwand erfasst.

Die Telekom Austria Group macht von der gemäß IAS 19.133 erlaubten Unterscheidung in kurz- und langfristige Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit langfristig fälligen Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern Gebrauch.

Änderungen bestehender Rückstellungen für Entsorgungs-, Wiederherstellungs- und ähnliche Verpflichtungen

Die Anschaffungskosten von Sachanlagen umfassen gemäß IAS 16 („Sachanlagen“) auch die erstmalig geschätzten Kosten für den Abbau von Vermögenswerten sowie für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands von Standorten, an denen sie sich befinden. Rückstellungen für Entsorgungs-, Wiederherstellungs- und ähnliche Verpflichtungen werden nach den Vorschriften von IAS 37 bewertet. Auswirkungen von Bewertungsänderungen von bestehenden Rückstellungen für Entsorgungs-, Wiederherstellungs- und ähnliche Verpflichtungen werden gemäß IFRIC 1 bilanziert. Die Vorschriften sehen vor, dass die Erhöhung derartiger Verpflichtungen, die aus der Aufzinsung resultiert, ergebniswirksam zu erfassen ist. Bewertungsänderungen, die auf Änderungen der geschätzten Fälligkeit oder Höhe des Abflusses von Ressourcen, die zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlich sind, oder auf einer Änderung des Abzinsungssatzes beruhen, sind zu den Anschaffungskosten des dazugehörigen Vermögenswerts in der laufenden Periode hinzuzurechnen bzw. davon abzuziehen. Der von den Anschaffungskosten des Vermögenswerts abgezogene Betrag darf dessen Buchwert nicht übersteigen. Ein etwaiger übersteigender Betrag wird ergebniswirksam erfasst. Wenn die Anpassung zu einem Zugang zu den Anschaffungskosten eines Vermögenswerts führt, hat die Gesellschaft zu überprüfen, ob dies ein Anhaltspunkt dafür ist, dass der neue Buchwert des Vermögenswerts durch dessen erzielbaren Betrag nicht voll gedeckt sein könnte. Liegt ein solcher Anhaltspunkt vor, hat die Gesellschaft den Vermögenswert auf Wertminderung zu prüfen und einen etwaigen Wertminderungsaufwand zu erfassen.

Ertragsteuern

Ertragsteuern werden auf Basis des erwarteten tatsächlichen Steuersatzes für jedes Steuersubjekt separat berechnet. Entsprechend IAS 12 („Ertragsteuern“) werden aktive und passive latente Steuern für alle temporären Unterschiedsbeträge zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden und ihren jeweiligen steuerlichen Ansätzen angesetzt. Darüber hinaus werden latente Steuern auf laufende steuerliche Verluste, steuerliche Verlustvorträge sowie steuerlich zu verteilende Beteiligungsabschreibungen gebildet. Die aktiven und passiven latenten Steuern werden mit Steuersätzen berechnet, die zum Bilanzstichtag Gültigkeit haben oder in Kürze gelten werden. Auswirkungen aufgrund von Änderungen des Steuersatzes werden in dem Jahr, in dem die Steuersatzänderung rechtskräftig beschlossen wurde, als Aufwand oder Ertrag erfasst. Aktive latente Steuern werden angesetzt, soweit es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ausreichend steuerliche Ergebnisse zur Verrechnung zur Verfügung stehen. Gewinnausschüttungen der Telekom Austria AG haben keine Auswirkung auf den Körperschaftsteuersatz.

Investitionsbegünstigungen mindern die Ertragsteuern im Jahr der Inanspruchnahme. Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern betreffen Verpflichtungen aus der laufenden Periode und aus Vorperioden.

Anteilsbasierte Vergütung

Die Telekom Austria Group bewertet die anteilsbasierten Vergütungen gemäß IFRS 2 mit dem beizulegenden Zeitwert am Tag der Gewährung. Der Aufwand wird über die erforderliche Reifefrist verteilt. Wenn die anteilsbasierten Vergütungen einen Bezug von Aktien vorsehen, kommt es zu einer Erhöhung des Eigenkapitals, bei einer Barabgeltung zu einer Erhöhung der Verbindlichkeiten. Da der Vorstand festgelegt hat, die im Rahmen des Long-Term-Incentive-Programms zugeteilten Bonusaktien in bar abzugelten, sind die anteilsbasierten Vergütungen als Verbindlichkeit ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten werden bis zur Barabgeltung der anteilsbasierten Vergütungen zu jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag mit dem beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Änderungen des beizulegenden Werts werden erfolgswirksam erfasst.

Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist jeder Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden angesetzt, wenn die Telekom Austria Group Vertragspartei eines Finanzinstruments wird. Marktübliche Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Erfüllungstag erfasst. Derivative Finanzinstrumente werden am Handelstag erfasst und zum Erfüllungszeitpunkt ausgebucht. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder erbrachten Leistung angesetzt. Transaktionskosten werden, mit Ausnahme von Finanzinstrumenten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, bei der erstmaligen Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts berücksichtigt.

Gewinne oder Verluste von finanziellen Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden bei Ausbuchung derselben erfolgswirksam erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden saldiert in der Bilanz ausgewiesen, wenn die Telekom Austria Group ein vertragliches Recht zur Aufrechnung hat und auch beabsichtigt, auf Nettobasis zu erfüllen.

Finanzielle Vermögenswerte beinhalten im Besonderen liquide Mittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen, Forderungen an nahestehende Unternehmen und zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen („Available for Sale“).

Finanzielle Verbindlichkeiten beinhalten im Besonderen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, begebene Anleihen, Bankkredite, sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen.

Die Telekom Austria Group klassifiziert finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten gemäß IAS 39. Die Klassifizierung erfolgt bei der erstmaligen Erfassung.

Beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert gemäß IFRS 13 ist der Wert, der durch den Verkauf eines Vermögenswerts erzielt werden kann, bzw. der Preis, welcher gezahlt werden muss, um eine Schuld zu übertragen. Es ist eine dreistufige Hierarchie anzuwenden. Der Hierarchiestufe 1 werden finanzielle Vermögenswerte und Schulden zugeordnet, sofern ein Börsen- oder Marktpreis für identische Vermögenswerte und Schulden auf einem aktiven Markt vorliegt. Die Zuordnung zur Hierarchiestufe 2 erfolgt, sofern die Inputfaktoren, die der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegt werden, entweder direkt als Preis oder indirekt aus Preisen beobachtbar sind. Finanzielle Vermögenswerte und Schulden werden in der Hierarchiestufe 3 ausgewiesen, sofern der beizulegende Zeitwert aus nicht beobachtbaren Inputfaktoren ermittelt wird. Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wird zudem das Ausfallrisiko berücksichtigt.

Konzentration von Risiken

Die Umsatzerlöse der Telekom Austria Group stammen zum Teil aus Dienstleistungen, die für Mitbewerber in der Telekommunikationsbranche erbracht werden, insbesondere für alternative Anbieter der Telekommunikations- und Mobilkommunikationsbranche sowie für Anbieter von Internet-Online-Diensten. Diese Kundenstruktur birgt eine gewisse Konzentration von Ausfallrisiken in sich. Um dieses Risiko zu begrenzen, führt die Telekom Austria Group laufend Bonitätsprüfungen ihrer Großkunden durch.

Zu den Bilanzstichtagen bestand keine besondere Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten, Kunden oder Kreditgebern, deren plötzlicher Ausfall den Geschäftsbetrieb maßgeblich beeinträchtigen könnte. Des Weiteren besteht keine Konzentration von Personaldienstleistungen oder Anbietern sonstiger Dienstleistungen, Franchise- oder sonstigen Rechten, auf die die Telekom Austria Group angewiesen ist und deren plötzlicher Wegfall den Geschäftsbetrieb ernsthaft gefährden könnte. Die Telekom Austria Group veranlagt ihre liquiden Mittel bei verschiedenen Kreditinstituten einwandfreier Bonität.

Durch die Expansion in Zentral- und Osteuropa ist die Telekom Austria Group auch auf Märkten tätig, die anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Änderungen unterliegen, die sich auf die Geschäftsaktivitäten von Unternehmen auswirken. Dies hat zur Folge, dass das wirtschaftliche Umfeld in Zentral- und Osteuropa zum Teil Unsicherheiten, einschließlich Transfer- und Währungsrisiken sowie steuerlicher Unsicherheiten, in sich birgt, die in anderen Märkten nicht bestehen. Der Konzernabschluss wurde vom Vorstand auf Basis seiner Risikoeinschätzung dieser Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und auf die Finanzlage der Telekom Austria Group erstellt. Die tatsächliche Entwicklung des geschäftlichen Umfelds kann von dieser Risikoeinschätzung abweichen.

Verwendung von Schätzungen

Im Zuge der Erstellung des Konzernabschlusses muss der Vorstand Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen, die die Höhe der ausgewiesenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, der angeführten Eventualverbindlichkeiten am Bilanzstichtag und die Aufwendungen und Erträge während des Berichtszeitraums beeinflussen können. Die tatsächlichen Werte können von diesen Schätzungen abweichen.

Bei der Anwendung der Bilanzierungsmethoden der Telekom Austria Group hat der Vorstand Schätzungen vorgenommen. Weiters hat der Vorstand zum Bilanzstichtag wichtige zukunftsbezogene Annahmen getroffen und wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten zum Bilanzstichtag identifiziert, die mit dem Risiko einer wesentlichen Änderung der Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten im nächsten Geschäftsjahr behaftet sind. Bei allen Sensitivitätsanalyen bleiben die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert, d. h. es werden keine möglichen Korrelationseffekte berücksichtigt.

a) Versorgungspläne für Arbeitnehmer: Die Bewertung der Pensionspläne sowie der Abfertigungs- und Jubiläumsgeldansprüche beruht auf einer Methode, bei der Parameter wie der erwartete Abzinsungsfaktor, Gehalts- und Pensionssteigerungen sowie Fluktuationsraten angewendet werden. Änderungen dieser Parameter können zu höheren oder niedrigeren Aufwendungen führen (siehe Anhangangabe (27)).

b) Wertminderungen: Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten, sonstigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen basieren grundsätzlich auf geschätzten künftigen abgezinsten Netto-Zahlungsströmen, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind. Veränderungen der verwendeten Abzinsungsfaktoren, der Umsatzentwicklung, der Kostentreiber sowie der Anlagenzugänge können zu einer Wertminderung oder, soweit zulässig, zu Wertaufholungen führen (siehe Anhangangabe (17)). Hinsichtlich der Buchwerte der Firmenwerte, der sonstigen immateriellen Vermögenswerte und der Sachanlagen wird auf die Anhangangaben (17), (18) und (19) verwiesen.

c) Die geschätzten Nutzungsdauern für abschreibbare Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte stellen den geschätzten Zeitraum dar, über den die Vermögenswerte voraussichtlich genutzt werden. Hinsichtlich der Veränderung der Abschreibungen aufgrund von Änderungen der Nutzungsdauern von sonstigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen wird auf Anhangangabe (19) verwiesen.

d) Mitarbeiterbeteiligungspläne: Die Verbindlichkeit im Zusammenhang mit dem Long-Term-Incentive-Programm wird auf Basis des beizulegenden Zeitwerts, welcher auf der erwarteten Erfüllung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruht, bewertet. Wenn sich diese Parameter ändern, können Personalaufwand und Verbindlichkeit wesentlich von den zum Bilanzstichtag ermittelten Beträgen abweichen (siehe Anhangangabe (31)).

e) Latente Steuern: Bei der Beurteilung der Realisierbarkeit der latenten Steuern überprüft der Vorstand, ob es wahrscheinlich ist, dass alle aktiven latenten Steuern realisiert werden. Die endgültige Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern ist davon abhängig, ob in jenen Perioden, in denen die temporären Differenzen abzugsfähig werden, ausreichend steuerpflichtiges Einkommen erzielt wird. Wenn dies nicht der Fall ist, können aktive latente Steuern nicht verwendet und infolgedessen nicht angesetzt werden (siehe Anhangangabe (30)).

f) Restrukturierungsrückstellung (beinhaltet Rückstellung für belastende Verträge gemäß IAS 37 sowie Rückstellung für Sozialpläne gemäß IAS 19): Die Bewertung der Rückstellung beruht auf Parametern wie Abzinsungsfaktor, Gehaltssteigerungen, Fluktuation und Wahrscheinlichkeit der Akzeptanz von Abfindungsangeboten. Änderungen dieser Parameter können zu höheren oder niedrigeren Aufwendungen führen (siehe Anhangangabe (22)).

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