(22) Rückstellungen

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Restruk-
turierung

Mitar-
beiter-
Innen

Rabatte

Stillleg-
ung von Vermö-
gens-
werten

Rechts-
fälle

Sonstige

Gesamt

*

Umgliederungen zu kurzfristigen Verbindlichkeiten sowie kurzfristiger Teil der Personalrückstellungen.

Stand zum 31. Dezember 2013

802.036

89.173

42.063

186.362

17.689

45.401

1.182.724

Zugänge

68.756

82.373

23.107

2.938

3.843

22.440

203.456

Schätzungsänderungen

61.698

0

0

−4.167

0

0

57.531

Verbrauch

−93.498

−44.273

−28.196

−767

−787

−15.535

−183.056

Auflösung

−65.515

−7.614

−8.440

−774

−481

−2.446

−85.269

Aufzinsung

19.081

0

0

6.209

0

0

25.291

Umgliederungen*

−1.928

7.770

0

0

0

0

5.842

Währungsumrechnung

0

−97

0

−1.303

−6

−91

−1.498

Änderungen des Konsolidierungskreises

0

−89

0

−111

0

−6

−206

Stand zum 31. Dezember 2014

790.631

127.241

28.533

188.388

20.258

49.763

1.204.815

 

 

 

 

 

 

 

 

Davon langfristig

 

 

 

 

 

 

 

31. Dezember 2014

679.130

0

0

188.388

0

0

867.518

31. Dezember 2013

694.993

0

0

186.362

0

0

881.355

Bei der Ermittlung der Rückstellungen muss der Vorstand beurteilen, ob eine Inanspruchnahme der Telekom Austria Group wahrscheinlich ist und ob die voraussichtliche Höhe der Mittelabflüsse zuverlässig geschätzt werden kann. Die Rückstellung wird in Höhe der wahrscheinlichen Inanspruchnahme angesetzt.

Die Telekom Austria Group erwartet, dass rund 55% der Rückstellungen, mit Ausnahme der Rückstellung für die Stilllegung von Vermögenswerten und für Restrukturierung, im folgenden Geschäftsjahr verbraucht werden. Auch wenn mit einer Auszahlung nicht im folgenden Geschäftsjahr gerechnet wird, erfolgt der Ausweis unter den kurzfristigen Rückstellungen, wenn der Zeitpunkt der Inanspruchnahme nicht von der Telekom Austria Group beeinflusst werden kann.

Restrukturierung

2008 wurde im Segment Österreich mit einer umfassenden Restrukturierung begonnen. Die Rückstellung für Restrukturierung umfasst Bezüge von MitarbeiterInnen, die dauerhaft aus dem Leistungsprozess ausscheiden und deren Dienstverhältnis aufgrund des Beamtenstatus nicht beendet werden kann. Bei diesen Dienstverhältnissen handelt es sich um belastende Verträge im Sinne des IAS 37, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen. Die Restrukturierung umfasst auch Sozialpläne für MitarbeiterInnen, deren Dienstverhältnis auf sozial verträgliche Weise aufgelöst wird. 2009, 2011, 2012, 2013 und 2014 traten neue Sozialpläne in Kraft, welche Vorruhestands-, Karenzierungs- sowie Sonderabfertigungsmodelle umfassen. Die Sozialpläne stellen Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses dar und sind gemäß IAS 19 zu bilanzieren. Zum 31. Dezember 2014 und 2013 beträgt die betreffende Rückstellung 761.862 TEUR und 775.474 TEUR und umfasst 1.810 bzw. 1.725 MitarbeiterInnen.

Der Zugang zur Rückstellung wurde im Restrukturierungsaufwand, die Aufzinsung in den Zinsaufwendungen erfasst. Die Auflösung der Rückstellung resultiert im Wesentlichen daraus, dass MitarbeiterInnen in den Regelbetrieb zurückgekehrt bzw. zum Bund gewechselt sind oder Golden-Handshake-, Karenz- und Vorruhestandsmodelle in einem Ausmaß angenommen wurden, das bei der Berechnung 2013 nicht abschätzbar war. Die Schätzungsänderungen resultieren aus der Anpassung des Zinssatzes, der Gehaltssteigerung sowie der Anpassung des zur Berechnung herangezogenen Fluktuationsabschlags von 27% im Jahr 2013 auf 23% im Jahr 2014. Der Fluktuationsabschlag berücksichtigt zukünftige Personalabgänge und zeitweise Wiederbeschäftigung innerhalb der Telekom Austria Group und bezieht sich nur auf die Rückstellung für MitarbeiterInnen, die dauerhaft aus dem Leistungsprozess ausscheiden, und nicht auf die Rückstellung für Sozialpläne.

Die Restrukturierung umfasst weiters Vereinbarungen mit der österreichischen Bundesregierung aus den Jahren 2010 bis 2012 über den freiwilligen Wechsel von unkündbaren Beamten, deren Arbeitskraft aufgrund des technologischen Wandels nicht mehr benötigt wird, in den österreichischen Bundesdienst. Beamte im Segment Österreich können auf freiwilliger Basis zum Bund wechseln, um administrative Tätigkeiten zu übernehmen. Nach sechs bis zwölf Monaten im Bundesdienst und einer erfolgreichen Leistungsbeurteilung können die Beamten ihre dauerhafte Versetzung beantragen und verlieren das Rückkehrrecht zur Telekom Austria Group. Die Telekom Austria Group bezahlt die Gehälter dieser Beamten bis längstens 30. Juni 2016. Etwaige Gehaltseinbußen und Einbußen bei der Pensionierung werden den Beamten ausgeglichen.

Im Jahr 2013 wurde eine neue Rahmenvereinbarung für einen Personaltransfer mit dem Bund geschlossen, welche die Vereinbarungen aus den Vorjahren ablöst. Mitarbeiter, welche freiwillig zum Bund wechseln wollen, können sich nach einer Probezeit von sechs Monaten fix versetzen lassen. Die Gehälter während der Probezeit sind von der Telekom Austria Group zu tragen. Im Falle der dauerhaften Versetzung muss die Telekom Austria Group dem Bund den Mehraufwand hinsichtlich der unterschiedlichen Einstufungen der Arbeitsplätze abgelten. Außerdem sind finanzielle Ausgleichszahlungen an die Beamten bis zu ihrem 62. Lebensjahr zu leisten.

Zum 31. Dezember 2014 und 2013 beträgt die Rückstellung für den Wechsel im Rahmen von „Bund sucht Beamte“ 28.769 TEUR und 26.562 TEUR und umfasst 242 und 330 MitarbeiterInnen. Weiters wurde eine Verbindlichkeit für den Wechsel im Rahmen von „Bund sucht Beamte“ in Höhe von 3.833 TEUR und 7.933 TEUR erfasst (siehe Anhangangabe (23)).

Zur Berechnung der Rückstellungen für Restrukturierung wurden in 2014 und 2013 dieselben Gehaltssteigerungen wie für die Personalrückstellungen (siehe Anhangangabe (27)) herangezogen. Die verwendeten Zinssätze sind in folgender Tabelle ersichtlich:

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2014

2013

MitarbeiterInnen – dauerhaft aus dem Leistungsprozess ausgeschieden

2,0%

3,5%

Sozialpläne

1,3%

2,0%

Bund sucht Beamte

1,3%

2,0%

Der Restrukturierungsaufwand, um den das EBITDA bereinigt angepasst wurde, setzt sich 2014 und 2013 aus 70.713 TEUR und 39.560 TEUR Aufwand aus dem Restrukturierungsprogramm sowie aus 18.852 TEUR und 5.625 TEUR Aufwand für den Wechsel im Rahmen von „Bund sucht Beamte“ zusammen.

Sensitivitätsanalyse

Eine Veränderung des angewendeten Zinssatzes bzw. der Gehaltssteigerungen um einen Prozentpunkt würde zu folgenden Veränderungen der Rückstellung führen (negative Werte bedeuten eine Reduktion der Rückstellung):

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in TEUR zum 31. Dezember 2014

1 Prozentpunkt Erhöhung

1 Prozentpunkt Verringerung

Veränderung des Zinssatzes

−44.148

48.771

Veränderung der Gehaltssteigerungen

42.008

−38.899

 

 

 

in TEUR zum 31. Dezember 2013

 

 

Veränderung des Zinssatzes

−39.229

43.187

Veränderung der Gehaltssteigerungen

37.433

−34.753

MitarbeiterInnen

Die Rückstellungen für MitarbeiterInnen umfassen die Rückstellungen für noch nicht konsumierte Urlaube, Prämien sowie den kurzfristigen Teil der Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und Pensionsverpflichtungen (siehe auch Anhangangabe (27)).

Am 11. November 2014 hat der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) in einem Urteil festgestellt, dass die gesetzliche Regelung des Vorrückungsstichtags für österreichische Beamte (dieser bestimmt die Dauer des Dienstverhältnisses und damit den Zeitpunkt der Vorrückung in den Gehaltsstufen) dem Unionsrecht widerspricht. Die Telekom Austria Group hat daher im Konzernabschluss 2014 für die ihr zugewiesenen Beamten für die drohenden Gehaltsnachzahlungen Rückstellungen für MitarbeiterInnen in der Höhe von 30.137 TEUR (2013: 5.129 TEUR) im Personalaufwand bzw. 14.996 TEUR im Restrukturierungsaufwand dotiert.

Rückstellung für Rabatte

Bei der Rückstellung für Rabatte handelt es sich um Aufwendungen in Zusammenhang mit Rabatten, die bereits an Kunden gewährt wurden, jedoch zum Bilanzstichtag noch nicht ausbezahlt waren.

Rückstellung für Verpflichtungen aus der Stilllegung von Vermögenswerten

Die Telekom Austria Group bilanziert Verpflichtungen aus dem Abgang und der Stilllegung von teer- oder salzimprägnierten Holzmasten, Basisstationen, Grundstücken und Gebäuden inklusive gemieteten Geschäftsräumen.

Für die Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Abgang von in Betrieb befindlichen teer- oder salzimprägnierten Holzmasten hat die Telekom Austria Group für die Bewertung der Verpflichtungen die erwarteten Erfüllungszeitpunkte sowie die zukünftig erwarteten Zahlungsströme herangezogen.

Die Telekom Austria Group betreibt Basisstationen auf Grund und Boden, Dachflächen sowie auf anderen Bauten. Für diese Standorte wurden verschiedene Arten von Mietverträgen abgeschlossen. Bei der Schätzung der beizulegenden Zeitwerte der Verpflichtung aus der Stilllegung ihrer Basisstationen hat die Telekom Austria Group eine Reihe von Annahmen getroffen, die den Zeitpunkt der Stilllegung oder eine frühzeitige Vertragskündigung sowie den prozentuellen Anteil der Basisstationen, die frühzeitig stillgelegt werden, die technologische Entwicklung und die Kosten des Rückbaus beinhalten.

Des Weiteren hat die Telekom Austria Group Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Entsorgung von Problemstoffen und Kampfmitteln sowie der Kontaminierung von Grundstücken bei der Stilllegung von Gebäuden bilanziert. Für Gebäude und Geschäftsräumlichkeiten, welche die Telekom Austria Group im Rahmen von Operating-Leasing-Vereinbarungen gemietet hat, werden Verpflichtungen, die Räumlichkeiten nach Ablauf der Mietverträge in den ursprünglichen Zustand zu versetzen, bilanziert.

2014 erfolgte für die Verpflichtung im Zusammenhang mit der Kontaminierung von Grundstücken bei der Stilllegung von Gebäuden eine Anpassung der Rückstellung aufgrund eines neuen externen Gutachtens.

2014 wurde außerdem der Zinssatz zur Berechnung der Rückstellung für Verpflichtungen aus der Stilllegung von Vermögenswerten von 3,0% auf 2,0% reduziert. Der zur Berechnung herangezogene Zinssatz reflektiert den risikolosen Zinssatz österreichischer Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 25 Jahren. Die zur Berechnung herangezogene Inflation wurde aufgrund der allgemeinen Entwicklung in den einzelnen Ländern von 2,5% auf 2,0% reduziert. Die Änderung der angeführten Parameter führte zu einer ergebnisneutralen Reduktion der Rückstellung in Höhe von 1.198 TEUR. 2.969 TEUR wurden in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst, da die zugrundeliegenden Standorte bereits voll abgeschrieben sind. Die im Segment Weißrussland herangezogene Inflation und der angewendete Zinssatz betragen unverändert zum Vorjahr 15% und 21%. Die aus der Steigerung des allgemeinen Preisniveaus resultierenden höheren Kosten führten jedoch zu einer ergebnisneutralen Erhöhung der Rückstellung im Segment Weißrussland.

Sensitivitätsanalyse

Eine Veränderung des angewendeten Zinssatzes bzw. der angewendeten Inflation um einen Prozentpunkt würde zu folgenden Veränderungen der Rückstellung führen (negative Werte bedeuten eine Reduktion der Rückstellung):

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in TEUR zum 31. Dezember 2014

1 Prozentpunkt Erhöhung

1 Prozentpunkt Reduktion

Veränderung des Zinssatzes

−16.045

25.408

Veränderung der Inflation

25.773

−17.269

 

 

 

in TEUR zum 31. Dezember 2013

 

 

Veränderung des Zinssatzes

−18.771

21.929

Veränderung der Inflation

22.620

−19.578

Rechtsfälle

Rückstellungen für Rechtsfälle betreffen hauptsächlich Aufwendungen für Rechtsberatung und -streitigkeiten.

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen betreffen hauptsächlich Aufwendungen für Prüfungs- und Beratungshonorare, Provisionen, Steuern (exklusive Ertragsteuern), Pensionsbeiträge, Energie und Pönalen.

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