(33) Finanzinstrumente

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Finanzielles Risikomanagement

Überblick

Die Telekom Austria Group unterliegt hinsichtlich ihrer finanziellen Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen diversen Finanzrisiken, die das Liquiditätsrisiko, Zinsrisiko, Wechselkursrisiko und das Kreditrisiko beinhalten. Potenzielle Risiken aus Schwankungen von Zinssätzen und Wechselkursen können durch den Einsatz von derivativen Instrumenten begrenzt werden. Diese Grundsätze sind in den Treasury-Richtlinien festgehalten. Weder hält noch begibt die Telekom Austria Group derivative Finanzinstrumente für Handelszwecke oder spekulative Zwecke.

Mit dieser Anhangangabe werden für jedes der oben genannten Risiken die Zielsetzungen, Grundsätze und Prozesse zur Bewertung und Begrenzung dieser Risiken dargestellt.

Der Finanzvorstand der Holding trägt die Verantwortung für die Einrichtung des Risikomanagements der Telekom Austria Group sowie für die Aufsicht über das Risikomanagement.

Diese Richtlinien dienen der Identifizierung und Analyse der Risiken, denen die Telekom Austria Group unterliegt, der Festlegung von angemessenen Risikogrenzen und der Einführung von Kontrollen sowie der laufenden Überwachung der Risiken und der Einhaltung der Risikogrenzen. Die Richtlinien und Abläufe des Risikomanagements werden regelmäßig überprüft, um Änderungen der Marktbedingungen und Änderungen in den Geschäftsaktivitäten der Telekom Austria Group abbilden zu können. Die Telekom Austria Group ist bestrebt, ein sowohl konstruktives als auch diszipliniertes Kontrollumfeld zu schaffen, in dem sich alle MitarbeiterInnen ihrer Rolle und Verantwortung bewusst sind.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass die Telekom Austria Group ihre finanziellen Verpflichtungen zur Fälligkeit nicht erfüllen kann. Die Zielsetzung des Risikomanagements der Telekom Austria Group ist, ausreichend Liquidität zu schaffen, um unter normalen, aber auch angespannten Bedingungen fällige Verbindlichkeiten begleichen zu können. Weiters sollen alle notwendigen Maßnahmen zur Sicherung des Liquiditätsstands laut Liquiditätsplan getroffen werden. Das Liquiditätsrisiko wird durch die monatliche und jährliche kumulierte Differenz zwischen Ein- und Auszahlungen (dynamisches Liquiditätsrisiko) sowie durch die Struktur der Bilanz (strukturelles Liquiditätsrisiko) ausgedrückt.

Mittels Liquiditätsplanung wird die Analyse des dynamischen Liquiditätsrisikos durchgeführt. Dabei wird das monatliche Liquiditätserfordernis auf Basis der Liquiditätsplanung den vorhandenen Finanzierungen oder den verfügbaren Kreditrahmen und liquiden finanziellen Vermögenswerten gegenübergestellt. Die Differenz ist entweder fehlende Liquidität, welche finanziert wird, oder überschüssige Liquidität, welche gegebenenfalls investiert wird. Auf Basis des bestehenden Business-Plans wird ein monatlich roulierender Liquiditätsplan für die Telekom Austria Group erstellt, welcher, basierend auf allen bekannten Ein- und Auszahlungen, ein „Worst-Case-Szenario“ beinhaltet.

Die Analyse des strukturellen Liquiditätsrisikos wird bei Festsetzung des Working Capital und der Struktur des Finanzportfolios im Hinblick auf die Rückzahlungstermine (Risiko des Zusammenfallens und der Anhäufung von Fälligkeiten) durchgeführt. Durch optimale Strukturierung der individuellen Anlagenfinanzierung wird ein ausgeglichener Zahlungsplan für das Gesamtportfolio erreicht, und das Zusammenfallen von Fälligkeiten wird für einzelne Geschäftsjahre verhindert.

Überschüssige Liquidität wird ausschließlich in Instrumente mit Partnern und innerhalb der vom Finanzvorstand genehmigten Limits investiert. Alle langfristigen Instrumente und Derivate, sofern solche einsetzt werden, werden ausschließlich mit Partnern eingesetzt, die ein Investment-Grade-Rating von Standard & Poor’s oder ein entsprechendes Rating einer anderen weltweit anerkannten Ratingagentur vorweisen können. Liegt keine externe Beurteilung vor, wird ein internes Rating auf Basis quantitativer Kennzahlen durchgeführt.

Das Liquiditätsrisiko, dessen Entstehen sowie die Zielsetzungen, Richtlinien und Abläufe zur laufenden Überwachung des Risikos und auch die Methoden zur Bewertung des Liquiditätsrisikos blieben im Geschäftsjahr unverändert.

Finanzierungsquellen

Der Kapitalbedarf der Tochtergesellschaften wird von der Telekom Austria Group mittels eines zentralen Treasury gesteuert. Das Treasury der Telekom Austria Group agiert als interner Finanzdienstleister, indem es mögliche Synergien bei der Finanzierung der Tochtergesellschaften optimal ausnutzt. Das vorrangige Ziel dabei ist die kostengünstige Sicherstellung von Liquidität durch Zusammenlegung (Pooling) der Cashflows und das Clearing der Konzernkonten. Dadurch wird die Steuerung kurzfristiger Finanzinvestitionen und Kredite zu optimalen Zinssätzen und mit minimalem Verwaltungsaufwand gewährleistet.

Der operative Cashflow ist der wesentlichste Ausgangspunkt für die Sicherstellung der Liquidität der Telekom Austria Group. Die externen Quellen zur Finanzierung sind Anleihen, die auf österreichischen und internationalen Kapitalmärkten platziert wurden, und Bankenfinanzierungen. Für die zum Bilanzstichtag ausstehenden langfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie eine Beschreibung der verschiedenen Gattungen dieser Verbindlichkeiten siehe Anhangangabe (25).

Sonstige Finanzierungsquellen

Um ihre kurzfristigen Finanzierungsquellen zu erweitern, hat die Telekom Austria Group 2007 ein „Multi-Currency Short Term and Medium Term Treasury Notes“-Programm (in der Folge „Multi-Currency-Notes“ genannt) mit einem maximalen Volumen von 300.000 TEUR aufgelegt. Das Programm wurde auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2014 und 2013 waren keine Multi-Currency-Notes begeben.

Im August 2014 wurde der Vertrag über die revolvierende Verbriefung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an eine Zweckgesellschaft („Asset Backed Security (ABS)-Programm“), welcher 2012 abgeschlossen wurde, beendet. Zum 31. Dezember 2013 war kein Betrag gezogen, daher wurden auch keine kurzfristigen Verbindlichkeiten erfasst. Betreffend die im Rahmen dieses Programms 2013 verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen siehe Anhangangabe (9).

Gemäß IFRS 10 hatte die Telekom Austria Group Verfügungsgewalt über die Zweckgesellschaft, da ihre Geschäftstätigkeit zum Vorteil der Telekom Austria Group entsprechend ihren besonderen Geschäftsbedürfnissen geführt wurde. Bei wirtschaftlicher Betrachtung behielt die Telekom Austria Group die Mehrheit der mit der Zweckgesellschaft verbundenen Residual- oder Eigentümerrisiken oder Vermögenswerte. Somit wurde die Zweckgesellschaft von der Telekom Austria Group bis August 2014 konsolidiert. 2014 und 2013 wurden 1.133 TEUR und 1.679 TEUR an Bereitstellungsgebühren im Zinsaufwand erfasst.

Zum 31. Dezember 2014 und 2013 hatte die Telekom Austria Group Kreditlinien (inklusive ABS) von insgesamt 1.000.000 TEUR und 1.060.000 TEUR, welche nicht ausgenutzt waren. Diese Kreditlinien haben eine Laufzeit bis November 2019.

Ausmaß des Liquiditätsrisikos

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten ersichtlich. Die variablen Zinszahlungen aus Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2014 und 2013 gültigen Zinssätze ermittelt. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag umgerechnet.

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Vertrag­licher Cashflow

6 Monate oder kürzer

6–12
Monate

1–2
Jahre

2–5
Jahre

Länger als
5 Jahre

Stand zum 31. Dezember 2014

 

 

 

 

 

 

Finanzverbindlichkeiten

 

 

 

 

 

 

Anleihen

3.707.938

99.063

33.938

883.000

713.063

1.978.875

Bankverbindlichkeiten

660.255

12.940

257.803

66.985

322.528

0

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

523.977

521.492

2.102

171

155

56

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

54.867

34.950

12.059

3.541

3.273

1.044

 

 

 

 

 

 

 

Stand zum 31. Dezember 2013

 

 

 

 

 

 

Finanzverbindlichkeiten

 

 

 

 

 

 

Anleihen

3.840.807

99.063

34.002

133.304

1.531.691

2.042.748

Bankkredite

940.821

60.444

103.466

294.009

402.654

80.247

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

573.836

573.050

7

63

191

525

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

69.198

49.704

9.242

5.612

3.443

1.198

Es wird nicht erwartet, dass die Cashflows der in der Fälligkeitsanalyse enthaltenen Finanzverbindlichkeiten wesentlich früher oder zu wesentlich anderen Beträgen anfallen könnten.

Marktrisiken

Das Marktrisiko ist das Risiko, dass sich Änderungen in den Marktpreisen, speziell Schwankungen von Fremdwährungskursen und Zinssätzen, auf den Ertrag der Telekom Austria Group oder auf den Wert der von der Telekom Austria Group gehaltenen Finanzinstrumente auswirken. Das Risikomanagement zielt auf die Steuerung und Kontrolle der Marktrisiken innerhalb zulässiger Parameter ab. Alle Finanztransaktionen werden gemäß den Treasury-Richtlinien ausgeführt. Die Telekom Austria Group wendet für derivative Finanzinstrumente, sofern solche zur Risikobegrenzung eingesetzt werden, grundsätzlich Hedge Accounting gemäß IAS 39 an.

Als Grundlage für die Berechnung des Fair Value (Mark-to-Market) werden die vertraglich vereinbarten zukünftigen Cashflows (Zahlungsströme) aus solchen Geschäften herangezogen. Um eine stichtagsbezogene Bewertung der bestehenden Finanzinstrumente durchzuführen, wurde die jeweils anzuwendende Zinskurve herangezogen, um daraus die laufzeitkonformen Diskontsätze zu ermitteln.

Die Marktrisiken, ihre Entstehung sowie die Zielsetzungen, Richtlinien und Abläufe zur laufenden Überwachung der Risiken (Zins- und Fremdwährungsrisiko) und auch die Methoden zur Bewertung der Kreditrisiken blieben im Geschäftsjahr unverändert.

Zinsrisiko

Die Telekom Austria Group betrachtet Änderungen in den Zinssätzen als das vorrangige Marktrisiko. Daher zielt die Strategie des Risikomanagements darauf ab, die betreffenden Fair-Value- und Cashflow-Risiken auszugleichen.

Da der Großteil der langfristigen Finanzverbindlichkeiten der Telekom Austria Group auf der Basis von Fixzinssätzen eingegangen wurde, ist das Zinsrisiko für die Cashflows begrenzt. Allerdings steigt der beizulegende Wert der Fixzins-Verbindlichkeiten, wenn die Marktzinssätze unter den für diese Finanzverbindlichkeiten fixierten Zinssätzen liegen.

Ausmaß des Zinsrisikos

Aufgrund der kurzfristigen Veranlagungsdauer finanzieller Vermögenswerte ergibt sich kein wesentliches Zinsänderungsrisiko.

Hinsichtlich des Ausmaßes des Zinsrisikos für langfristige Finanzverbindlichkeiten wird auf Anhangangabe (25) verwiesen.

Sensitivitätsanalyse des beizulegenden Zeitwerts für Finanzinstrumente

Ein Maß für die potenzielle Änderung im Barwert von Finanzverbindlichkeiten bei einer Änderung des Zinsniveaus ist die „Modified Duration“. Dieses Maß für die Sensitivität folgt dem Konzept, dass sich Zinssätze und der Barwert von Finanzinstrumenten gegenläufig entwickeln. Die Sensitivität beruht auf der Annahme, dass sich der Marktzinssatz zum Bilanzstichtag in allen Laufzeiten parallel um einen Prozentpunkt ändert. Die Methoden und Annahmen in der Analyse blieben im Geschäftsjahr unverändert. Die Modified Duration (Sensitivität) ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich (die negativ dargestellten Beträge stellen eine Verringerung der Finanzverbindlichkeiten dar):

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Veränderung des Finanzportfolios

in TEUR zum 31. Dezember

Kapitalbeträge

Erhöhung

Verringerung

2014

 

 

 

Finanzverbindlichkeiten mit fixer Verzinsung

3.626.000

 

 

Sensitivität bei 4,913%

 

−178.131

178.131

 

 

 

 

2013

 

 

 

Finanzverbindlichkeiten mit fixer Verzinsung

3.723.801

 

 

Sensitivität bei 4,969%

 

−185.036

185.036

Sensitivitätsanalyse der Cashflows für Finanzinstrumente mit variabler Verzinsung

Eine Änderung der zum Stichtag angewendeten Zinskurve um einen Prozentpunkt hätte zu Erhöhungen (Verringerungen) des Gewinns oder Verlusts geführt, wie in der nachfolgenden Tabelle ersichtlich. Die Analyse basiert auf der Annahme, dass alle anderen Variablen konstant sind. Zum 31. Dezember 2014 unterliegen sämtliche Finanzverbindlichkeiten einer fixen Verzinsung. Die Werte in der Tabelle beziehen sich auf den variablen Teil des gesamten Bestands an Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2013 (positive Auswirkungen auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind negativ dargestellt):

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in TEUR zum 31. Dezember

Kapitalbeträge

1 Prozentpunkt Erhöhung

1 Prozentpunkt Verringerung

2013

 

 

 

Finanzverbindlichkeiten mit variabler Verzinsung

175.014

 

 

EMTN-Anleihe mit Zinsswap (variabler Teil)

 

 

 

Sensitivität

 

1.750

−1.750

Information betreffend Absicherungen von Zahlungsströmen (Cashflow Hedges)

Die Telekom Austria Group sicherte sich im Rahmen von Cashflow Hedges gegen das Risiko schwankender Zins-Cashflows aus variabel verzinslichen Verbindlichkeiten ab.

Die 2011 für die Absicherung des Zinsrisikos von zukünftigen Zinszahlungen abgeschlossenen drei Forward-Starting-Interest-Rate-Swap-Verträge (Pre-Hedges) mit einem Nominale von je 100.000 TEUR wurden am 28. Mai 2013 vertragsgemäß glattgestellt. An die Vertragspartner wurden 65.142 TEUR bezahlt und waren im Eigenkapital in der Hedging-Rücklage erfasst.

Die Auflösung der Hedging-Rücklage über die Gewinn-und-Verlustrechnung erfolgt entsprechend der Erfassung der Zinsen der Anleihe, die am 4. Juli 2013 begeben wurde, da das Zinsrisiko dieser Anleihe abgesichert wurde. Die Telekom Austria Group verglich dabei die tatsächlich in den nächsten zehn Jahren in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung anfallenden Aufwendungen mit den abgesicherten fixen Zahlungen abzüglich der Ersparnis aus der vorzeitigen Zahlung durch die Glattstellung. Daraus ergab sich ein Non-Recoverable-Amount in Höhe von 6.746 TEUR, welcher gemäß IAS 39.97 sofort im Zinsaufwand erfasst wurde (vor Abzug der Glattstellungskosten in Höhe von 978 TEUR, die bereits im Zinsaufwand erfasst waren, siehe Anhangangabe (7)). Die Hedging-Rücklage zum 4. Juli 2013 betrug somit 58.396 TEUR. 2014 und 2013 wurden aus der Auflösung der Hedging-Rücklage und 2013 aus der Erfassung des Non-Recoverable-Amount 5.840 TEUR und 8.688 TEUR im Zinsaufwand und 1.460 TEUR und 2.172 TEUR im Ertragsteuerertrag erfasst. 2013 wurde aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments bis zur Glattstellung ein Gewinn von 336 TEUR direkt im Sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst. Betreffend die Berichtigung der Vorjahreswerte siehe „Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehlern“ in Anhangangabe (1).

Wechselkursrisiko

Zum 31. Dezember 2014 und 2013 lauten von den gesamten Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nur folgende auf eine andere als die funktionale Währung der Konzernunternehmen (Fremdwährungskurse siehe Anhangangabe (1)):

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2014

2013

in TEUR zum 31. Dezember

EUR

USD

Sonstige

EUR

USD

Sonstige

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

15.597

2.246

18.673

24.428

1.081

20.311

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

57.880

6.057

13.003

41.199

8.310

9.988

Wenn sich der EUR gegenüber dem HRK um 5% ändert, erhöhen/reduzieren sich die Wechselkursdifferenzen in 2014 und 2013 um 883 TEUR bzw. um 1.628 TEUR. Wenn sich der RSD gegenüber dem EUR um 10% ändert, erhöhen/reduzieren sich die Wechselkursdifferenzen in 2014 und 2013 um 1.267 TEUR bzw. um 796 TEUR. Für Veränderungen des BYR wurde auf eine Sensitivitätsanalyse aufgrund der Anwendung von Rechnungslegung in Hochinflationsländern verzichtet. Für die übrigen Forderungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Fremdwährung wurde auf eine Sensitivitätsanalyse verzichtet, da aufgrund der Streuung kein wesentliches Risiko besteht.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko ist das Risiko eines finanziellen Verlusts, begründet durch die Nichterfüllung einer vertraglichen Verpflichtung eines Kunden oder eines Vertragspartners bei Finanzinstrumenten. Kreditrisiken entstehen hauptsächlich aus bestehenden Kundenforderungen, Veranlagungen sowie aus der Nutzung derivativer Finanzinstrumente, sofern solche eingesetzt werden.

Die Kreditrisiken, ihre Entstehung sowie die Zielsetzungen, Richtlinien und Abläufe zur laufenden Überwachung der Risiken und auch die Methoden zur Bewertung der Kreditrisiken blieben im Geschäftsjahr unverändert.

Abgesehen von der unter Anhangangabe (1) „Rechnungslegungsgrundsätze“ beschriebenen Konzentration von Risiken besteht weder bei einzelnen Kunden noch bei Vertragspartnern eine wesentliche Konzentration oder ein wesentliches Kreditrisiko. Durch interne Richtlinien und die Vergabe von Kontrahentenlimits bestehen auch im Bereich einzelner Finanzinstrumente keine wesentlichen Kreditrisiken.

Die Telekom Austria Group verlangt bei Kreditrisiken keine Sicherheiten. Um das Kreditrisiko aus der Nichterfüllung von vertraglichen Vereinbarungen zu verringern, werden sämtliche Swap-Verträge ausschließlich unter dem Standard des „ISDA Master Agreement“ oder dem Standard des deutschsprachigen „Rahmenvertrags für Finanztermingeschäfte“ abgeschlossen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Das Kreditrisiko der Telekom Austria Group wird im Wesentlichen durch die individuellen Eigenschaften der einzelnen Kunden oder Gruppen von Kunden bestimmt. Die Demografie des Kundenstocks, das Ausfallrisiko der Branche und des Landes, in dem die Kunden tätig sind, haben geringeren Einfluss auf das Kreditrisiko.

Die von der Kreditabteilung entwickelten Richtlinien verlangen eine individuelle Analyse der Kreditwürdigkeit jedes neuen Kunden.

Das Kreditrisiko oder das Risiko des Zahlungsverzugs wird laufend mittels Kreditabfragen, Kreditbegrenzungen und Routinekontrollen überwacht. Aufgrund der großen Anzahl der Kunden und des hohen Grads an Diversifikation der Portfolios hätte der Ausfall eines einzelnen Kunden keine wesentliche Auswirkung (niedriges Konzentrationsrisiko) auf den Konzernabschluss der Telekom Austria Group. Das operative Kreditmanagement wird in der Telekom Austria Group auf Ebene der operativen Gesellschaften ausgeführt.

Die Telekom Austria Group verlangt keine Sicherheiten für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für sonstige Forderungen.

Finanzinvestitionen

Die Telekom Austria Group investiert nur in fungible Finanzinstrumente und veranlagt ausschließlich bei Vertragspartnern mit einem angemessenen internen oder externen Rating, welches auf quantitativen und qualitativen Parametern beruht. Die Telekom Austria Group veranlagt in der Regel kurzfristig und geht daher davon aus, dass ihre Vertragspartner in der Lage sind, ihren vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen, daher bestehen keine wesentlichen Kreditrisiken.

Ausmaß des Kreditrisikos

Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem maximalen Kreditrisiko. Das maximale Kreditrisiko der finanziellen Vermögenswerte betrug:

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in TEUR zum 31. Dezember

2014

2013

Zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen

21.279

14.571

Zu Anschaffungskosten bewertete Finanzinvestitionen

554

558

Vom Unternehmen ausgereichte Darlehen und Forderungen

113.905

60.743

Liquide Mittel

1.018.065

201.334

Buchwert der finanziellen Vermögenswerte

1.153.803

277.206

Das maximale Kreditrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert. Eingeteilt in geografische Regionen betrug dieser:

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in TEUR zum 31. Dezember

2014

2013

Inland

689.556

755.873

Ausland

83.475

108.899

Wertberichtigungen

−172.963

−180.929

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

600.068

683.843

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber dem wichtigsten Kunden der Telekom Austria Group betragen 3.155 TEUR und 2.979 TEUR zum 31. Dezember 2014 und 2013, eine wesentliche Konzentration von Ausfall- bzw. Kreditrisiken besteht daher nicht. Hinsichtlich der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Wertberichtigungen wird auf Anhangangabe (9) verwiesen.

Beizulegender Zeitwert („Fair Value“) von Finanzinstrumenten

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente pro Art der finanziellen Vermögenswerte:

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2014

2013

in TEUR zum 31. Dezember

Buchwert

Beizulegender Zeitwert

Buchwert

Beizulegender Zeitwert

Finanzielle Vermögenswerte

 

 

 

 

Liquide Mittel

1.018.065

1.018.065

201.334

201.334

 

 

 

 

 

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

600.068

600.068

683.843

683.843

Forderungen an nahestehende Unternehmen

1.255

1.255

58

58

Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

75.672

75.672

42.578

42.578

Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte

36.978

36.978

18.106

18.106

Vom Unternehmen ausgereichte Darlehen und Forderungen

713.973

713.973

744.585

744.585

 

 

 

 

 

Langfristige Finanzinvestitionen

6.846

6.846

4.690

4.690

Kurzfristige Finanzinvestitionen

14.433

14.433

9.882

9.882

Zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen

21.279

21.279

14.571

14.571

 

 

 

 

 

Finanzinvestitionen zu Anschaffungskosten bewertet

554

554

558

558

Liquide Mittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Forderungen haben Fälligkeiten von unter einem Jahr. Daher entsprechen die Buchwerte weitgehend den beizulegenden Zeitwerten, weitere Informationen zur Klassifizierung in eine Fair-Value-Hierarchie sind deshalb nicht enthalten.

Die beizulegenden Zeitwerte der sonstigen langfristigen Forderungen mit Fälligkeiten von über einem Jahr entsprechen den Barwerten der Zahlungsströme aus den betreffenden Vermögenswerten. Die Berechnung der Barwerte erfolgt aufgrund von aktuellen Zinssätzen, die Änderungen der Vertragsbedingungen und Erwartungen sowohl marktseitig als auch seitens der Partner berücksichtigen, und sind somit in der Fair-Value-Hierarchie dem Level 2 zuzuordnen.

Die beizulegenden Zeitwerte von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen ergeben sich aus den entsprechenden Marktwerten.

Zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Investitionen in Eigenkapitalinstrumente und Anteile an nicht konsolidierten Gesellschaften, die über keine notierten Marktpreise in einem aktiven Markt verfügen, schätzt die Telekom Austria Group den beizulegenden Zeitwert näherungsweise anhand der geprüften Jahresabschlüsse, wenn solche verfügbar sind. Betreffend die Anteile an der CEESEG AG siehe Anhangangabe (16).

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente pro Art der finanziellen Verbindlichkeiten (Schulden):

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2014

2013

in TEUR zum 31. Dezember

Buchwert

Beizulegender Zeitwert

Buchwert

Beizulegender Zeitwert

Langfristige Bankkredite inkl. ihres kurzfristigen Anteils.

Finanzverbindlichkeiten

 

 

 

 

Anleihen

3.029.679

3.430.116

3.025.452

3.206.764

Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

53.755

53.755

68.247

68.247

Langfristige Bankkredite

602.632

655.521

848.801

911.356

Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten

969

969

942

942

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

522.344

522.344

573.836

573.836

Verbindlichkeiten an nahestehende Unternehmen

7.058

7.058

5.891

5.891

Abgegrenzte Zinsen

93.459

93.459

93.720

93.720

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

4.309.895

4.763.222

4.616.890

4.860.757

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten haben Fälligkeiten von unter einem Jahr. Daher entsprechen die bilanzierten Werte weitgehend den beizulegenden Zeitwerten, weitere Informationen zur Klassifizierung in eine Fair-Value-Hierarchie sind deshalb nicht enthalten.

Die beizulegenden Zeitwerte der notierten Anleihen (EMTN-Anleihen und Eurobondanleihe) entsprechen den Nennwerten, multipliziert mit den Börsenkursen zum Stichtag, und sind somit in der Fair-Value-Hierarchie dem Level 1 zuzuordnen.

Die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten, Schuldverschreibungen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten entsprechen den Barwerten der Zahlungsströme aus den betreffenden Schulden. Die Berechnung der Barwerte berücksichtigt die maßgebliche Renditekurve und Credit-Spread-Kurve für bestimmte Währungen. Diese sind somit in der Fair-Value-Hierarchie dem Level 2 zuzuordnen.

Fair-Value-Hierarchie von Finanzinstrumenten

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Fair-Value-Hierarchie (je Klasse von Finanzinstrumenten) von zum beizulegenden Zeitwert angesetzten Finanzinstrumenten, die die Marktnähe der in die Ermittlung eingehenden Daten widerspiegelt:

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Level 1

Level 2

Level 3

Gesamt

2014

 

 

 

 

Zur Veräußerung verfügbare und sonstige Finanzinvestitionen

7.296

13.983

21.279

Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert

7.296

13.983

21.279

 

 

 

 

 

2013

 

 

 

 

Zur Veräußerung verfügbare und sonstige Finanzinvestitionen

6.429

8.143

0

14.571

Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert

6.429

8.143

0

14.571

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