Prognose 2015

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Das abgeschlossene Geschäftsjahr brachte eine Reihe wichtiger Weichenstellungen für die zukünftige Entwicklung der Telekom Austria Group. Der Rückhalt durch den neuen Mehrheitseigentümer América Móvil und der zusätzliche Spielraum nach der erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung im November 2014 bestärken das Management in seiner Zuversicht, die im abgelaufenen Geschäftsjahr eingeleitete Stabilisierung zu kräftigen und auf den Wachstumskurs zurückzukehren.

Wenngleich die Herausforderungen aufgrund des makroökonomischen Gegenwinds, der regulatorischen Einschnitte und des starken Preisdrucks in allen Märkten auch in nächster Zukunft bestehen bleiben, hat 2014 die zunehmenden positiven Auswirkungen der strategischen Maßnahmen bestätigt, die das Management als Reaktion darauf eingeleitet hat.

Um diesen Kurs zu untermauern, wurde ein umfangreiches Transformationsprogramm eingeleitet. Ein Bündel an Maßnahmen auf der Marktseite, bei den Kosten und in der Technologie soll es ermöglichen, sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten EBITDA Wachstum zu generieren. Damit soll auch eine Steigerung des Free Cashflows einhergehen.

Besonders am Heimatmarkt Österreich soll der konsequente Ausbau der LTE-Abdeckung sowie des Glasfasernetzes eine steigende Monetarisierung der Nachfrage nach Daten und damit die verstärkte Vermarktung neuer Dienste und Produkte ermöglichen. Zusätzliche Risiken ergeben sich in Österreich aus der Einführung neuer Angebote durch MVNOs (Mobile Virtual Network Operators).

Wesentlich für die Rückkehr zum Wachstumskurs ist eine Erholung der angespannten volkswirtschaftlichen Situation in der CEE-Region. Operativ setzt die Telekom Austria Gruppe hier auf das weitere Wachstum in den reinen Mobilfunkmärkten in Weißrussland, Slowenien und der Republik Serbien sowie auf eine erfolgreiche Fortsetzung der Konvergenzstrategie in Bulgarien, Kroatien und der Republik Mazedonien. Negative Auswirkungen werden sich auch im kommenden Jahr aus regulatorischen Einschnitten ergeben. Zudem geht das Management von einem Wertverlust des weißrussischen Rubels gegenüber dem Euro (ca. 20% für das Jahr 2015) aus. Ein zusätzliches Risiko ergibt sich aus einem möglichen weiteren Wertverlust des weißrussischen Rubels, da die zu Jahresbeginn 2015 erfolgte Abwertung bereits die Planungsannahmen voll widerspiegelt.

Um die Marge weiter zu steigern, werden auch im Jahr 2015 umfangreiche Kosteneinsparungsaktivitäten gesetzt werden. In Summe sollen etwa 90 Mio. EUR an Bruttoeinsparungen erzielt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sind vor allem Maßnahmen für eine wertorientierte Optimierung der marktbezogenen Kosten sowie strukturelle Effizienzsteigerungen, wie z. B. in den Bereichen Einkauf und Technik, vorgesehen. Die Restrukturierungsaufwendungen für Beamte in Österreich werden sich auf ungefähr 40 Mio. EUR belaufen.

Nach Abschluss der Kapitalerhöhung plant die Telekom Austria Group, zusätzlich zu den regulären Investitionen in den Jahren 2015–2018 rund 400 Mio. EUR in einen beschleunigten Glasfaserausbau in Österreich zu investieren. Dabei ist davon auszugehen, dass sich das Investitionsvolumen über eine Anlaufphase in den Jahren 2015 und 2016 steigert und der Großteil der Investitionen in den Jahren 2017 und 2018 zu tätigen ist. Voraussetzungen für diesen Investitionsplan sind unter anderem die in Aussicht gestellten Förderungen durch den Bund sowie die jährliche Genehmigung der Investitionsbudgets durch den Aufsichtsrat. Der beschleunigte Glaserfaserausbau in Österreich wird daher trotz weiterer Effizienzsteigerungen zu einem Anstieg bei den Investitionen führen.

In Bulgarien, Slowenien und der Republik Serbien werden im Jahr 2015 Frequenzverkäufe erwartet. In Bulgarien wird erwartet, dass Frequenzen im 1800-MHz-Bereich verkauft werden, in Slowenien ist die Veräußerung der 700-, 1400-, 1800-, 2100-, 2300-, 3500- sowie 3700-MHz-Bänder geplant. In der Republik Serbien ist für Mitte März 2015 ein Verkauf des 1800-MHz-Bandes angesetzt; ebenso werden für 2015 Verkäufe im 800- und 900-MHz-Band (Frequenzen der digitalen Dividende) erwartet.

Im Einklang mit einem konservativen Finanzprofil strebt die Telekom Austria Group die Beibehaltung der Ratings von Baa2 (Ausblick stabil) von Moody’s sowie BBB (Ausblick: stabil) von Standard & Poor’s an, um die finanzielle Flexibilität der Gruppe zu gewährleisten. Die Telekom Austria Group beabsichtigt weiters unverändert, eine Dividende von jeweils 5 Eurocent je Aktie für die Geschäftsjahre 2014 und 2015 auszuschütten.

Wien, am 22. Jänner 2015

Der Vorstand

Hannes Ametsreiter, Generaldirektor (Handschrift)

Hannes Ametsreiter
Generaldirektor
Telekom Austria Group

Siegfried Mayrhofer, Chief Financial Officer (Handschrift)

Siegfried Mayrhofer
Chief Financial Officer
Telekom Austria Group

Günther Ottendorfer, Chief Technology Officer (Handschrift)

Günther Ottendorfer
Chief Technology Officer
Telekom Austria Group

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