Segment Bulgarien

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Finanzkennzahlen (in Mio. EUR)

2014

2013

Veränderung
in %

*

Im 4. Quartal 2013 wurde die Berechnungslogik für Mobilkommunikations- und Festnetzkunden geändert.
Die vorherigen Quartale 2013 wurden rückwirkend angepasst.

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Im 1. Quartal 2013 wurde die Berechnungslogik für mobile Breitbandkunden geändert und beinhaltet nun ausschließlich Datentarife.

Umsatzerlöse

371,3

399,4

−7,1

EBITDA bereinigt

143,1

158,6

−9,8

EBITDA-bereinigt-Marge

38,5%

39,7%

EBITDA inkl. Effekte aus Restrukturierung und Werthaltigkeitsprüfung

−197,5

99,2

o.A.

Betriebsergebnis

−284,9

4,6

o.A.

Anlagenzugänge

102,9

60,2

71,0

 

 

 

 

Mobilkommunikation*

 

 

 

ARPU (in EUR)

6,1

6,3

−4,2

Anzahl Mobilkunden (in 1.000)

4.221,0

4.181,5

0,9

Vertragskundenanteil

78,7%

78,7%

Marktanteil

37,6%

39,0%

Mobile Breitbandkunden (in 1.000)**

248,9

192,9

29,0

Penetration

152,7%

144,8%

 

 

 

 

Festnetz

 

 

 

ARPL (in EUR)

14,4

13,5

6,9

Summe der Anschlüsse (in 1.000)

153,6

159,9

−3,9

davon Festnetz-Breitbandanschlüsse

145,1

155,0

−6,4

 

 

 

 

MitarbeiterInnen (Vollzeitkräfte per 31.12.)

2.527

2.647

−4.6

In Bulgarien war das Marktumfeld 2014 von der schwachen Konjunktur sowie der unsicheren politischen Situation geprägt, die sich negativ auf die Nachfrage und die Kaufkraft der Kunden auswirkte. Die Verschlechterung der langfristigen makroökonomischen Erwartungen, die aus strukturellen Beeinträchtigungen resultierten und das Wirtschaftswachstum negativ beeinflussten, führten dazu, dass S&P die langfristige Kreditwürdigkeit Bulgariens im Juni 2014 auf BBB- und im Dezember 2014 auf BB+ herunterstufte. Darüber hinaus wurde der Geschäftsverlauf durch das wettbewerbsintensive Umfeld und einschneidende Regulierungseffekte beeinträchtigt. Auf operativer Ebene begegnete Mobiltel diesen Herausforderungen durch eine Ausrichtung auf Wertschöpfung mittels Up- und Cross-Selling, konvergente Produktpakete sowie die Bindung hochwertiger Kunden. Darüber hinaus war das Management bestrebt, den Umsatzdruck auf die Rentabilität durch ein striktes Kostenmanagement abzuschwächen.

Trotz des massiven Preisdrucks gelang es Mobiltel im Berichtsjahr, die Anzahl der Mobilkommunikationskunden leicht zu steigern, wobei die Zugewinne zumeist aus dem „No-Frills“- und dem Geschäftskundensegment stammten. Der Marktanteil ging jedoch von 39,0% auf 37,6% zurück. Die stetig wachsende Datennutzung führte zu einem weiteren Anstieg der mobilen Breitbandkunden um 29,0% auf über 248.900. Darüber hinaus verdoppelte sich die Anzahl der Smartphone-Kunden, die Voice- und Datenpakete nutzen, durch erfolgreiche Upselling-Maßnahmen im Jahresvergleich beinahe. Im Festnetzbereich fielen die Anschlussleitungen um 3,9% auf rund 153.600, primär bedingt durch Verluste im Festnetzbreitbandgeschäft bei Geschäftskunden. Die Festnetzbreitbandanschlüsse gingen im Jahresvergleich um 6,4% zurück. Im TV-Geschäft konnte nach dem Launch des DTH-Angebots ein klarer Kundenzugewinn um 8,2% verzeichnet werden.

Die Umsatzerlöse des Berichtsjahres waren von Negativeffekten in Form eines weiteren Rückgangs des Preisniveaus sowie weiterer Kürzungen der Terminierungsentgelte geprägt; trotz positiver Impulse aufgrund der zunehmenden Bedeutung des mobilen Datenverkehrs gingen sie im Jahresvergleich um 7,1% auf 371,3 Mio. EUR zurück. Dabei sanken die Erlöse aus monatlichen Grund- und Verbindungsentgelten durch den Preisdruck im Privat- und Geschäftskundenbereich stark ab. Ein Anstieg der Erlöse aus Festnetzdienstleitungen konnte den schwachen Trend im mobilen Geschäft nicht ausgleichen. Darüber hinaus wirkten sich die Senkung der Terminierungsentgelte per 1. Juli 2013 und 1. Jänner 2014 sowie die Senkung der Roaminggebühren per 1. Juli 2013 und 1. Juli 2014 negativ auf die Zusammenschaltungs- und Roamingerlöse aus.

Die zuvor genannten Entwicklungen spiegeln sich in einem Rückgang der durchschnittlichen Monatserlöse pro Mobilkommunikationskunde (ARPU) auf EUR 6,1 wider (2013: EUR 6,3). Im Gegensatz dazu stieg der durchschnittliche Umsatz pro Festnetzanschluss (ARPL) auf EUR 14,4 (2013: EUR 13,5), und zwar aufgrund des höheren durchschnittlichen ARPL bei Geschäftskunden. Die Umsätze aus dem Festnetzgeschäft stiegen ebenfalls um 1,4% auf 26,6 Mio. EUR.

Um dem schwierigen operativen Umfeld entgegenzuwirken, fokussierte das Management der Mobiltel im Berichtsjahr weiterhin auf ein effektives Kostenmanagement. Höhere Materialaufwendungen aus dem Verkauf höherwertiger Endgeräte u. a. durch höhere Stützungen für Kundenbindung wurden primär durch den Rückgang der Aufwendungen für Strafgelder ausgeglichen. Die Zusammenschaltungs- und Roamingaufwendungen fielen ebenfalls aufgrund der oben genannten Regulierungseffekte. Die Personalaufwendungen wurden durch Restrukturierung, die Optimierung der vollzeitäquivalenten Mitarbeiter sowie Outsourcing reduziert. In Folge sanken die betrieblichen Aufwendungen in Summe um 4,4% auf 241,7 Mio. EUR.

Die verbesserte Kostenbasis half, die negativen Auswirkungen des Umsatzrückgangs auf das bereinigte EBITDA teilweise zu reduzieren, das im Berichtsjahr um 9,8% auf 143,1 Mio. EUR zurückging.

Die Abschreibungen gingen 2014 im Vergleich zum Vorjahr durch niedrigere monatliche Abschreibungen für mobile Netzwerkinfrastruktur sowie für die verlängerte GSM-Frequenz um 7,7% zurück. Die Änderung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, „WACC“) im Segment Bulgarien sowie eine Anpassung der mittelfristigen makroökonomischen Erwartungen für Bulgarien und damit die veränderte Einschätzung der weiteren Entwicklung der bulgarischen Tochtergesellschaft hatten eine Wertminderung zur Folge. Insgesamt resultierte daraus ein negatives Betriebsergebnis von 284,9 Mio. EUR, dem im Jahr 2013 ein positives Betriebsergebnis von 4,6 Mio. EUR gegenüberstand.

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