Segment Österreich

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Das Jahr 2014 stand für die A1 Telekom Austria AG weiter im Zeichen der Turnaround-Strategie, die sich durch einen gezielten Fokus auf das Premium-Kundensegment auszeichnet, um der anhaltenden Belastung durch Wettbewerb und Regulierung entgegenzuwirken. Nach der grundlegenden Umstellung der Tarifstruktur für Neukunden im Vorjahr war A1 Telekom Austria AG im Berichtsjahr in der Lage, durch Tarifanpassungen bei Bestandskunden sowie durch signifikante Kürzungen der Gerätestützungen wichtige Impulse für eine nachhaltige Steigerung der Profitabilität zu setzen. Die Tarifanpassungen führten im 2. Quartal 2014 zu größerer Abwanderung sowie negativen Nettozugängen; diese Trends normalisierten sich jedoch im 3. Quartal 2014 wieder. Der österreichische Mobilkommunikationsmarkt zeichnete sich auch 2014 weiterhin durch intensiven Wettbewerb aus. Das Wettbewerbsumfeld verdichtete sich gegen Jahresende mit dem Einstieg bzw. der Ankündigung des Einstiegs zusätzlicher virtueller Mobilfunkbetreiber (Mobile Virtual Network Operators, MVNOs). Weitere Kürzungen der Roaminggebühren im Juli 2013 und im Juli 2014 sowie der mobilen Terminierungsentgelte im November 2013 übten zusätzlichen Druck auf die Umsatzerlöse aus, die das Unternehmen mit umfangreichen Sparmaßnahmen auszugleichen suchte.

Konvergente Produktpakete bildeten auch 2014 weiter ein zentrales Element der operativen Strategie, um der anhaltenden Substitution der Festnetztelefonie durch Mobilkommunikation entgegenzuwirken. Dementsprechend setzte das Unternehmen im Berichtsjahr im Festnetz verstärkt auf die Entwicklung von Kapazitäten und Dienstleistungen im Breitbandgeschäft, um der steigenden Nachfrage nach Datenvolumen gerecht werden zu können. Von den durch die erfolgreiche Kapitalerhöhung im November 2014 aufgebrachten Mitteln hat das Management rund 400,0 Mio. EUR dem Glasfaserausbau in Österreich bis 2018 gewidmet. Voraussetzungen für diesen Investitionsplan sind unter anderem die in Aussicht gestellten Förderungen durch den Bund sowie die jährliche Genehmigung der Investitionsbudgets durch den Aufsichtsrat.

Im Berichtsjahr verzeichnete die A1 Telekom Austria AG einen Rückgang der Mobilkommunikationskunden um 5,1% auf rund 5,4 Millionen, da die rückläufige Anzahl an Neukunden, bedingt durch weniger Marktrotation im Vergleich zum Vorjahr, nicht durch die deutlich niedrigere Abwanderungsquote ausgeglichen werden konnte. Damit einhergehend sank der Marktanteil der A1 Telekom Austria AG um 1,5 Prozentpunkte auf 41,1%. Die Festnetzanschlüsse stiegen im Jahresvergleich mit 3.200 Anschlüssen leicht an. Sowohl Breitband als auch A1 TV verzeichneten einen deutlichen Zuwachs um 5,7% bzw. 6,9% im Jahresvergleich auf 1.469,1 Millionen bzw. 251.800 Kunden. Die Zuwächse bei den Breitbandanschlüssen wurden verstärkt durch die steigende Nachfrage nach 16- und 30-Mbit/s-Produkten getrieben. Den positiven Entwicklungen bei Breitband- und TV-Kunden steht ein weiterer Rückgang der Festnetzsprachminuten um 12,8% (2013: −10,5%) gegenüber, der aus der bereits erwähnten Substitution der Festnetztelefonie durch Mobilkommunikation resultiert.

Umsatzseitig konnten die zuvor beschriebenen operativen Maßnahmen die negativen Effekte aus Wettbewerb und Regulierungsmaßnahmen im Berichtsjahr nicht ausgleichen, weshalb das Segment Österreich für 2014 einen Umsatzrückgang um 7,0% auf 2.472,0 Mio. EUR ausweist. Dieser beinhaltet negative außerordentliche Nettoeffekte aus dem 2. Quartal 2014 in Höhe von 28,2 Mio. EUR, primär aufgrund von Änderungen bei rechnungslegungsbezogenen Schätzungen der Umsatzerlöse in Verbindung mit der Einführung einer neuen Schnittstelle für ein Rechnungslegungssystem im Festnetzbereich. Dies hatte negative Auswirkungen auf die monatlichen Erlöse aus Grund- und Verbindungsentgelten in Höhe von 39,4 Mio. EUR sowie auf Daten- und IKT-Lösungen in Höhe von 7,8 Mio. EUR zur Folge. Positive Effekte ergaben sich u. a. durch die Auflösung von Rückstellungen und Abgrenzungen in Höhe von 17,0 Mio. EUR auf die Wholesale-Erlöse (inkl. Roaming) und in Höhe von 2,0 Mio. EUR auf die sonstigen Umsatzerlöse. Ohne diese Effekte verringerten sich die Umsatzerlöse im Jahresvergleich um 6,0%.

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