Festnetz

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Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Marktanalyseverfahren hat die österreichische Regulierungsbehörde in der vierten Runde der Marktüberprüfungsverfahren in den Jahren 2013 und 2014 weitere Entscheidungen getroffen. Sie hat sich dabei u. a. an der Empfehlung der Europäischen Kommission vom Mai 2009 über die Regulierung der Festnetz- und Mobilfunk-Zustellungsentgelte in der EU (Terminierungsempfehlung) orientiert. Generell wird das Ziel verfolgt, diese Entgelte auf ein europaweit vergleichbares und deutlich niedrigeres Niveau zu senken. Die unter diesen Vorgaben erstellten neuen Kostenrechnungsmodelle bilden die Grundlage für die Gleitpfade, die für die Festnetz- wie auch für die Mobilfunkterminierungsraten zur Anwendung kommen. Entsprechend den Vorgaben wurden die österreichischen Festnetzterminierungsentgelte sowie die Mobilfunkterminierungsentgelte bereits im Vorjahr mit 1. November 2013 abgesenkt.

Neben British Telecommunications plc in Großbritannien ist die A1 Telekom Austria AG das einzige Unternehmen in Europa, das im Rahmen des Netzausbaus in Richtung „Next Generation Access“ (NGA) auf Vorleistungsebene das innovative Produkt „Virtuelle Entbündelung (VULA)“ anbietet. Das Produkt wird sowohl von der nationalen Regulierungsbehörde als auch von der Europäischen Kommission als zentrales Vorleistungsprodukt für den NGA-Ausbau bestätigt. Dementsprechend wurden auch die Auflagen in den aktuellen Bescheiden zu den Vorleistungsmärkten „Physischer Zugang“ und „Breitbandvorleistung“ ausgestaltet.

Nach einem Veto der Europäischen Kommission gegen den Bescheidentwurf des österreichischen Regulators Telekom-Control-Kommission (TKK) zum Vorleistungsmarkt für „Terminierende Segmente von Mietleitungen und Ethernet-Diensten“ wurde das Marktanalyseverfahren neu aufgerollt. Nach Zustimmung der Europäischen Kommission im Koordinationsverfahren regelt nun ein neuer Bescheid der TKK vom 28. Juli 2014 den Vorleistungsmarkt für „Terminierende Segmente von Mietleitungen und Ethernet-Diensten“. Mit diesem Bescheid wurden die Mietleitungsverbindungen und Ethernet-Dienste mit hohen Bandbreiten innerhalb von 359 Gemeinden in Österreich dereguliert. Im Gegenzug ist A1 Telekom Austria AG erstmals verpflichtet, im ländlichen Bereich ihren Vorleistungsnachfragern unter bestimmten Voraussetzungen unbeschaltete Glasfasern (Dark Fibre) zu vermieten.

Auf den internationalen Märkten der Telekom Austria Group beeinflussten folgende Regulierungsbestimmungen im Festnetzbereich den Geschäftsverlauf: In Bulgarien wurden die Terminierungsentgelte ab 1. Juli 2013 in Übereinstimmung mit der zuvor genannten EU-Empfehlung signifikant abgesenkt. Bis dahin hatte die Regulierungsbehörde (CRC) einen zweistufigen Gleitpfad vorgesehen, der mit 1. Juli 2012 in Kraft trat und die Preise für lokale und nationale Terminierung festlegte, unabhängig davon, ob der Anruf vom In- oder Ausland aus getätigt wird. Seit dem Beitritt Kroatiens zur EU per 1. Juli 2013 gelten für alle Betreiber die gleichen europäischen Vorgaben zur Festlegung der Terminierungsentgelte.

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