Branchentrends und Wettbewerb

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Der Geschäftsverlauf der Telekom Austria Group wird von mehreren externen Einflussfaktoren maßgeblich geprägt. Insbesondere in den reifen Märkten zeigte sich das Marktumfeld sowohl im Festnetz- als auch im Mobilkommunikationsmarkt im Jahr 2014 weiterhin wettbewerbsintensiv. Dies führt zu anhaltendem Druck auf das Preisniveau, wenngleich im Jahresverlauf 2014 Preisanpassungen möglich waren. Weiterhin negativ wirken sich die Regulierungsbestimmungen auf die Umsatz- und Ergebnissituation aus. In besonderem Maße gilt dies für die Terminierungsentgelte und für die Roamingtarife in der Mobilkommunikation. Des Weiteren prägte die unsichere politische und wirtschaftliche Situation im CEE-Raum das Konsumverhalten in vielen Ländern. Die Telekom Austria Group begegnet diesen Einflussfaktoren mit der konsequenten Umsetzung ihrer Konvergenzstrategie, einem klaren Fokus auf Kundensegmente mit hoher Wertschöpfung, innovativen Produkten und Serviceleistungen sowie striktem Kostenmanagement.

In Österreich bietet die Telekom Austria Group unter der Marke „A1“ ein umfassendes und konvergentes Produktportfolio aus Festnetz- und Mobilkommunikationslösungen an. Der jüngste Marktbericht der Regulierungsbehörde, der die aktuellsten Marktdaten in Österreich bis zum 2. Quartal 2014 erfasst, zeigt den hohen Reifegrad des österreichischen Marktes und beschreibt die folgenden Trends im Durchschnitt über alle Betreiber:

  • Die monatlichen Umsatzerlöse eines Durchschnittskunden konnten im Mobilfunkbereich im Vergleich zum Vorjahr von EUR 13,9 auf EUR 14,3 leicht angehoben werden, und auch die Endkundenumsätze zeigten im Jahresvergleich einen geringfügigen Anstieg. Einschließlich der Vorleistungsumsätze – sie umfassen unter anderem Terminierungsentgelte und Roaminggebühren – gingen die Umsätze in diesem Segment gegenüber 2013 jedoch um 7% zurück.2) Während sich die Zahl der Sprachminuten gegenüber dem 2. Quartal 2013 leicht reduzierte (−5%) und die SMS-Anzahl erneut einen deutlichen Rückgang zeigte (−26%), nahm das Datenvolumen mit einem Plus von 45% einmal mehr signifikant zu. Starke Impulse gingen dabei weiterhin von Smartphone-Tarifen aus, die einen Anstieg um 10% auf mehr als 3,42 Millionen verzeichneten.
  • Im österreichischen Festnetzmarkt setzte sich die Substitution durch die Mobilkommunikation im Berichtsjahr tendenziell fort – die Zahl der Festnetzanschlüsse in Haushalten (und mit ihr die Zahl der Anschlüsse insgesamt) zeigt sich im Jahresvergleich weiterhin rückläufig, jene bei Unternehmen nahm hingegen leicht zu (+3%). Etwas zurückgegangen ist im Jahresvergleich auch der Anteil der Sprachminuten via Festnetz am Gesamtvolumen: Während im 2. Quartal 2013 noch 14,5% aller Sprachminuten über das Festnetz geführt wurden, waren es in der Vergleichsperiode 2014 nur mehr 14,0%. Immer noch rückläufig zeigten sich auch die durchschnittlichen monatlichen Telefonieumsätze im Festnetz: Sie gingen bei Privatkunden um 9% und bei Geschäftskunden um 7% zurück. Die starke Nachfrage nach Breitbandlösungen setzte sich 2014 fort und führte in Summe zu einem Anstieg um 5% auf etwas über 7,8 Millionen Breitbandanschlüsse. Festnetz-Breitband legte dabei um 5% zu, während mobiles Breitband (Datentarife und Wertkarten) um 2% zurückging.

Laut Statistik Austria ist der Anteil der österreichischen Haushalte mit Internetanschluss jeder Art von 2013 auf 2014 bei 81% stabil geblieben. Die Breitbandanschlüsse sind dabei im Bereich der privaten Haushalte mit 79% (verglichen mit 80% im Vorjahr) nahezu stabil, während sie im Unternehmensbereich von 93% auf 96% weiter zugenommen haben.3) Die zuvor genannten Indikatoren lassen in Summe zwar auf eine vermehrte Nutzung von Telekommunikationslösungen schließen, gleichzeitig gehen jedoch die damit verbundenen Ausgaben im Verhältnis zum durchschnittlichen Einkommen der Anwender in der Regel zurück. Bestätigt wird dies durch den Informations- und Kommunikations-Technologie (IKT)-Preiskorb, den die International Telecommunication Union (ITU) regelmäßig veröffentlicht. Er berechnet die Ausgaben eines definierten Leistungskorbs aus Festnetz- und Mobiltelefonie sowie Festnetz-Breitband im Verhältnis zum durchschnittlichen Bruttonationaleinkommen pro Kopf. Für Österreich ging der Indexwert von 1,1% im Jahr 2008 auf 0,5% im Jahr 2013, in dem die jüngste Erhebung erfolgte, zurück.4)

In Bulgarien wirkten sich die hohe Wettbewerbsintensität und das schwierige Marktumfeld im Berichtsjahr weiterhin massiv auf die Preisgestaltung der Mobilkommunikationsangebote, aber auch der konvergenten Produktpakete aus. Die Internetquote aller Haushalte stieg 2014 von 53,7% im Vorjahr auf 56,7%, mobiles Breitband nutzen derzeit 24,8% aller Nutzer.5)

Der kroatische IKT-Markt war auch im Berichtsjahr von hoher Wettbewerbsintensität und der angespannten gesamtwirtschaftlichen Situation geprägt. Dies führte per 3. Quartal 2014 im Jahresvergleich zu einer generellen Abnahme der Mobilkunden, unter denen sich zudem der Anteil der Prepaid-Kunden erhöhte. Die Zahl der Breitbandanschlüsse zeigte hingegen einen leichten Anstieg. Die Gesamtumsätze im Mobilfunkbereich gingen 2014 gegenüber 2013 deutlich zurück.6) Deutlich dämpfende Einflüsse hatte dabei nicht zuletzt die mit dem EU-Beitritt Kroatiens im Juli 2013 verstärkt einsetzende Regulierung. Zusätzlich führte die kroatische Regierung im Juli 2014 eine signifikante Erhöhung der Frequenznutzungsgebühr ein, die eine erhebliche Belastung der Profitabilität der Betreiber bedeutet.

In Weißrussland hat sich der IKT-Markt in den letzten Jahren stark weiterentwickelt, was sich in einem stetigen Anstieg der Internetkunden sowie der Anzahl der Mobiltelefonnutzer manifestiert.7)

Im Segment Weitere Märkte der Telekom Austria Group ist Slowenien der am weitesten entwickelte IKT-Markt. Im Berichtsjahr war in Slowenien laut offizieller Statistik eine weitere Zunahme im Nutzerverhalten der Mobilkommunikationskunden zu verzeichnen, während die Festnetznutzung deutlich abnahm. So stiegen die Sprachminuten in der Mobilkommunikation in den ersten neun Monaten 2014 im Vergleich zur Vorjahresperiode in Summe um 3,6%, die Anzahl der gesendeten SMS wuchs um 12,4%. Die Zahl der Sprachminuten im Festnetz hingegen ging im Jahresvergleich der ersten drei Quartale um 10,6% zurück. Erhöht hat sich im Jahresabstand die Zahl der Nutzer im Mobilfunkbereich. Dabei nahm die Zahl der Vertragskunden mit einem Plus von 3,9% wesentlich stärker zu als jene der Prepaid-Kunden (+0,9%).8)

In der Republik Serbien setzte sich 2014 der Aufholprozess bei mobilem Breitband, ausgehend von einem deutlich niedrigeren Niveau als in den anderen Märkten der Telekom Austria Group, fort. Unterstützt wurde diese Entwicklung von einem generellen Ausbau der Netzinfrastruktur. Mittlerweile besitzen 90,6% aller serbischen Haushalte Mobiltelefone, 2010 lag dieser Wert noch bei 82,0%.9)

Der IKT-Markt in der Republik Mazedonien nähert sich hinsichtlich des Nutzerverhaltens nur langsam den westeuropäischen Standards an; sowohl die Breitbandpenetration als auch die durchschnittlich erzielbaren Umsatzerlöse bewegen sich auf deutlich niedrigerem Niveau. Nach Angaben des Statistikamts der Republik Mazedonien verfügten im 1. Quartal 2014 68,3% aller mazedonischen Haushalte über einen Internetzugang, 99,1% davon via Breitbandanschluss. 55,2% der Personen mit Internetzugang nutzen das Web über ein Mobilgerät.10)

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IKT-Ausgaben in den Märkten der Telekom Austria Group

in % des Bruttonationaleinkommens pro Kopf

 

2012

2013

Österreich

0,7

0,5

Bulgarien

3,5

3,2

Kroatien

1,5

1,5

Weißrussland

1,5

1,0

Slowenien

1,4

1,2

Republik Serbien

2,9

2,8

Republik Mazedonien

3,0

2,7

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