Markteingriffe durch Regulierungsmaßnahmen

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Die Märkte der Telekom Austria Group unterliegen sowohl in der Mobilkommunikation als auch im Festnetz unterschiedlichen Regulierungssystemen. Für Österreich, Bulgarien, Kroatien und Slowenien sind hier die Bestimmungen der EU ausschlaggebend. In der Republik Serbien und der Republik Mazedonien ist im Rahmen der Assoziierungsgespräche mit der EU eine schrittweise Anpassung an EU-Standards im Gange.

Generell verfolgt die EU – und mit ihr die Mitgliedstaaten – einen interventionistischen und verbraucherorientierten Ansatz. Die daraus resultierende Senkung der Terminierungsentgelte – also jener Entgelte, die ein Netzbetreiber dem anderen für die „Zustellung“ eines Anrufs im In- bzw. Ausland bezahlen muss – hat zu einer starken Reduktion der Umsätze von Telekommunikationsunternehmen aus Zusammenschaltung geführt.

Ein weiteres Ziel der EU ist die Abschaffung der Roaminggebühren für Kunden im innereuropäischen Ausland, die zurzeit diskutiert wird. Im 2013 vorgelegten „Digital Single Market Proposal“ der Europäischen Kommission wurde gefordert, die Roaminggebühren für Anrufe, SMS und Daten auf das Niveau der nationalen Terminierungsentgelte zu vermindern („Roam like at home“). Darüber hinaus besteht die Forderung nach einer Verpflichtung zur so genannten „Netzneutralität“, also der Gleichbehandlung aller Daten bei ihrer Übertragung. Ungeachtet des Schicksals dieses konkreten Vorschlags ist mittelfristig damit zu rechnen, dass eine solche Angleichung auch tatsächlich erfolgt und eine weitere Schmälerung der Umsatzerlöse bewirkt.

Auch davon abgesehen unterliegen Telekommunikationsunternehmen und insbesondere ehemalige Monopolisten in bestimmten Bereichen der Preiskontrolle. Marktführern gilt zudem besondere Aufmerksamkeit der Wettbewerbsbehörde im Hinblick auf die Einhaltung aller Wettbewerbsregeln.

Zusammenfassend ist es für europäische Telekommunikationsdienstleister von zentraler Bedeutung, Umsatzeinbußen durch Regulierung, das wirtschaftliche Umfeld und den von Preiskämpfen geprägten Wettbewerb durch Fokussierung auf ertragsstarke Marktsegmente und -trends sowie auf zukunftsweisende Innovationen abzufedern. Dabei stellt die Gratwanderung zwischen Kosteneffizienz und weiteren Infrastrukturinvestitionen einen entscheidenden Erfolgsfaktor dar, um sowohl die Profitabilität zu schützen als auch Zukunftspotenziale – nicht zuletzt im Interesse der Kunden – erfolgreich nutzen zu können.

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