Verhaltenes wirtschaftliches Umfeld, intensiver Wettbewerb

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Die allgemeine Wirtschaftsentwicklung hat maßgeblichen Einfluss auf die verfügbaren Einkommen und das Konsumverhalten der Menschen – und damit auch auf den Telekommunikationssektor. Die Märkte der Telekom Austria Group sind derzeit von heterogenen Entwicklungen gekennzeichnet. Kroatien und die Republik Serbien verzeichneten 2014 sogar einen Rückgang ihrer Wirtschaftsleistung, in den übrigen Märkten der Unternehmensgruppe lagen die Wachstumsraten im niedrigen einstelligen Prozentbereich. In Weißrussland war der Geschäftsverlauf zudem weiterhin von Hyperinflation und stark schwankenden Wechselkursen beeinflusst; in Bulgarien wirkten sich abgesehen von genereller Konsumzurückhaltung die hohe Arbeitslosigkeit und eine starke Abwanderung negativ aus (weitere Details zum wirtschaftlichen Umfeld siehe Lagebericht).

Nicht nur die verfügbaren Haushaltseinkommen, sondern auch die Marktstruktur und die Anzahl der Anbieter bestimmen das Erlös- und Ertragspotenzial eines Telekommunikationsunternehmens entscheidend mit. Der für die Telekom Austria Group relevante europäische Markt ist dabei wesentlich dichter besetzt als beispielsweise jener in den USA oder in China: Während in Europa mehr als 100 Telekommunikationsunternehmen und Kabelnetzbetreiber sowie zusätzlich noch eine Fülle von Medienunternehmen miteinander im Wettbewerb stehen, wird der Mobilfunkmarkt in den USA von vier großen Telekommunikationsanbietern dominiert. Den chinesischen Markt teilen sich überhaupt nur drei Anbieter.

Penetration Mobilkommunikationsmärkte

Penetration Mobilkommunikationsmärkte (Balkendiagramm)

Dies führt dazu, dass Europa – und vor allem Österreich – insgesamt ein deutlich niedrigeres Preisniveau für Telekommunikationsdienstleistungen aufweist. Der Herfindahl-Hirschmann-Index (HHI), der als Maß für den Wettbewerb in nationalen Mobilfunkmärkten herangezogen werden kann, ging in Europa im Zeitraum 2008 bis 2012 um 6,8% zurück und signalisiert damit einen Anstieg der Wettbewerbsintensität.3) Hinzu kommt, dass sich die im internationalen Vergleich hohe Zahl an Anbietern in einem zunehmend saturierten Mobilfunkmarkt bewegt. In Europa hat die Penetrationsrate von SIM-Karten in nahezu allen Märkten weit über 100% erreicht, bietet somit im traditionellen Geschäft mit Sprachminuten und SMS nur mehr limitiertes Wachstumspotenzial.

In diesem schwierigen Umfeld spielt für die Telekommunikationsunternehmen neben besonders hoher Kosteneffizienz auch ein den Markt- und Kundenbedürfnissen entsprechendes Produktportfolio eine entscheidende Rolle. Konvergente Produkte, die Festnetz- und Mobilfunkleistungen bündeln, bieten je nach Marktreife zusätzliches Ertragspotenzial und sorgen für geringere Abwanderungsquoten bei den Kunden. Darüber hinaus setzt insbesondere die stark wachsende Nachfrage nach Daten neue Impulse in der Marktbearbeitung und bietet zusätzliches Ertragspotenzial.

3) GSMA, The Mobile Economy 2014, S. 26

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