Kapitalerhöhung

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In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 14. August 2014 wurde genehmigtes Kapital als Grundlage für eine Kapitalerhöhung geschaffen. Dabei wurde die Neuausgabe von Aktien im Ausmaß von 50% der bestehenden Aktien, somit von bis zu 221.500.000 stimmberechtigten Stückaktien, genehmigt, um Nettoerlöse in Höhe von bis zu 1 Mrd. EUR zu erzielen. Der neue kontrollierende Mehrheitseigentümer América Móvil und die ÖIAG sicherten ihre volle Unterstützung für die Transaktion zu.

Als Transaktionsstruktur wurde eine diskontierte Fixpreistransaktion gewählt. Diese Struktur ist nicht nur internationaler Standard bei Kapitalerhöhungen, sie ermöglichte zudem, die verschiedenen Zielvorgaben optimal umzusetzen: Es galt, das mögliche Volumen von bis zu 1 Mrd. EUR maximal auszuschöpfen und gleichzeitig die Auswirkungen auf den Aktienkurs so gering wie möglich zu halten. Weiters sollte eine Struktur gewählt werden, bei der das Mitziehen sowohl von América Móvil als auch der ÖIAG innerhalb der jeweiligen Rahmenbedingungen voll gewährleistet werden kann. Zudem galt es, das Exekutionsrisiko zu minimieren und eine erfolgreiche Transaktion aus der Sicht aller Stakeholder durchzuführen.

Nach intensiver Vorbereitung und der Veröffentlichung hervorragender Ergebnisse der Telekom Austria Group zum 3. Quartal 2014 wurde am Morgen des 7. November 2014 die Marktlage als positiv bewertet und die Transaktion vor Börsenbeginn lanciert. Der Bezugspreis wurde bei EUR 4,57 je Aktie festgesetzt, was einen Abschlag von nur 15,7% zum Theoretical Ex-Rights Price (TERP) bedeutete. Dieser – im internationalen Vergleich äußerst geringe – Abschlag bestätigt, dass das Ziel erreicht wurde, negative Auswirkungen auf den Aktienkurs zu minimieren. Das Bezugsverhältnis wurde mit 2:1 (Aktie:Bezugsrecht) festgesetzt, wodurch sowohl für institutionelle Investoren als auch für Privatanleger eine einfach nachzuvollziehende Bezugsrechtsausübung gewährleistet werden konnte.

Innerhalb der zweiwöchigen Bezugsfrist vermarktete das Management der Telekom Austria Group die Transaktion in einer intensiven Roadshow erfolgreich bei Investoren in Europa und Nordamerika. Deren Zielsetzung bestand darin, sowohl bestehenden Investoren die Transaktion näherzubringen als auch durch das Ansprechen neuer Investoren den – nach dem Übernahmeangebot stark konzentrierten – Streubesitz breiter zu diversifizieren.

Als Verwendungszweck für die Erlöse wurde unter anderem die Absicherung der Kapitalstruktur, ausgedrückt durch die Kreditratings von zumindest Baa2 von Moody’s und BBB von Standard & Poor’s, definiert. Weitere Ziele waren ein beschleunigter Glasfaserausbau in Österreich in den Jahren 2015 bis 2018 auf Grundlage der neuesten verfügbaren Technologien sowie finanzielle Flexibilität für wertsteigernde M&A-Transaktionen.

Die Transaktion traf auf außerordentlich großes Interesse, das sich nicht nur in einem Nachfrageüberhang beim Bezugsrechtehandel widerspiegelte. Insbesondere unterstrich auch die Tatsache, dass 99,7% der Transaktion innerhalb der Bezugsfrist aufgegriffen wurden, den großen Erfolg der Kapitalerhöhung. Die ursprünglich vorgesehene Platzierung jener Aktien, die innerhalb der Bezugsfrist nicht verkauft werden, über ein Oderbuch-Verfahren war damit nicht mehr erforderlich. Die restlichen 758.286 Stück wurden über die Deutsche Bank im Markt platziert. Dabei gelang es der Telekom Austria Group, diese Aktien der Deutschen Bank zu einer Prämie zum Bezugskurs von 15,1% zu einem Preis von EUR 5,26/Aktie zu offerieren.

Begleitet wurde die Transaktion auf Bankenseite von Citigroup, Deutsche Bank, Erste Group, Raiffeisen Centrobank und UniCredit Bank Austria, von den Anwaltskanzleien White & Case LLP, Eisenberger & Herzog Rechtsanwalts GmbH, Clifford Chance Deutschland LLP und DORDA BRUGGER JORDIS Rechtsanwälte GmbH sowie von Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH.

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