NFV: Virtualisierung als
topaktueller Technologietrend

||

Eine der wichtigsten aktuellen Entwicklungen im Telekommunikationssektor ist die so genannte Virtualisierung von Netzwerkfunktionen. NFV (Network Function Virtualisation) stellt einen Paradigmenwechsel für die gesamte Branche dar und bringt einerseits große Herausforderungen, andererseits aber auch die Chance für Betreiber, Netzwerke völlig neu zu gestalten. Durch die Neuaufstellung von Netzwerkelementen gewinnen Netzbetreiber an Beweglichkeit und können damit die Effizienz ihrer Netzwerke erhöhen. Mit NFV werden Hardware und Software unabhängig voneinander. Für die Telekom Austria Group stellt NFV eines der Schwerpunktthemen im Jahr 2015 dar.

Erfolgreiche Feldversuche in Kroatien und Bulgarien

Die Telekom Austria Group nimmt bei diesem Branchenthema, das auch international auf große Resonanz stößt, eine aktive Rolle an vorderster Front ein. Als einer der ersten Betreiber Europas hat die Gruppe die neue NFV-Technologie 2014 in vier Feldversuchen erfolgreich getestet. Die kroatische Tochtergesellschaft Vipnet eröffnete Anfang Juni 2014 die Serie der Feldversuche. Noch im selben Monat folgte die bulgarische Tochtergesellschaft Mobiltel. In einer Live-Demonstration erfolgte jeweils ein HD-Videostreaming, das durch eine Kombination aus LTE- und NFV-basierenden Plattformen ermöglicht wurde. Diese Demonstrationen zeigten, dass Kunden durch eine virtualisierte Infrastruktur in Zukunft in der Lage sein werden, Smartphone- und Multimedia-Inhalte in ein Cloud-basiertes Speichersystem zu übertragen und direkt zu streamen.

Vip mobile demonstriert in Serbien NFV auf Open-Source-Lösung

Bei ihrer serbischen Tochter Vip mobile führte die Telekom Austria Group im September 2014 eine weitere erfolgreiche Demonstration der NFV-Technologie durch. Bei diesem Test wurde zum ersten Mal eine Open-Source-IMS-Lösung (IP Multimedia Subsystem) als Basis verwendet. Als Ausgangspunkt für die Virtualisierung eignen sich IMS-Dienste besonders gut für die Anwendung in kommerziellen Netzwerken, da sie Funktionen wie das gleichzeitige Läuten (Multi-Ring), das Umleiten eingehender Anrufe auf ein anderes Telefon (Call Jump), Anrufkontinuität bei drahtloser Kommunikation (Wifi to GSM Call Continuity) und eine virtuelle Telefonanlagenfunktion (Hosted PBX) umfassen. Damit hat die Telekom Austria Group einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Virtualisierung der Netzwerkfunktionen erreicht und den ersten Schritt in Richtung einer Open-Source-Lösung gesetzt.

NFV ermöglicht VoLTE im Trial in Mazedonien

NFV verändert somit die Art und Weise, wie die Telekommunikationsinfrastruktur in Zukunft eingesetzt wird und wie Anwendungen zur Verfügung gestellt werden. So ermöglicht die NFV-Technologie etwa auch mobile Sprachtelefonie über LTE (VoLTE) – dies hat zuletzt ein vierter Feldversuch der Telekom Austria Group im Dezember 2014 in der Republik Mazedonien gezeigt. Indem NFV die Möglichkeiten auf dem Netzwerk erweitert, steigt auch die Kosteneffizienz. Darüber hinaus verkürzt NFV die Zeitspanne, die zwischen der Entwicklung neuer Anwendungen und deren Markteinführung liegt, erheblich. Durch den Einsatz virtualisierter Netzwerkanwendungen auf einer geteilten Infrastruktur werden sich zudem in Zukunft weitere Vorteile ergeben. Deshalb wurde NFV zu einem neuen Kernthema der Technologiestrategie der Telekom Austria Group.

||