Mit neuem Kurs "auf Kurs"

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Der österreichische Telekommunikationsmarkt bietet für die Telekom Austria Group nach wie vor zahlreiche Herausforderungen. Er weist aufgrund des anhaltend intensiven Wettbewerbs mit einem durchschnittlichen monatlichen Umsatz pro Mobilfunkkunde von EUR 16,2 eines der – an der Kaufkraft gemessen – niedrigsten Preisniveaus im europäischen Vergleich auf. Regulierungsauflagen tun ein Übriges, insbesondere im Bereich der Roamingtarife und der Terminierungsentgelte, die per Jänner 2015 im Zweijahresvergleich um 60% drastisch reduziert wurden. Um den durch diese Faktoren bedingten stetigen Umsatz- und Ergebnisrückgängen entgegenzuwirken, verfolgt die Telekom Austria Group seit 2012 eine so genannte „Turnaround-Strategie“.

Zentraler Ansatz dieser Strategie ist der Fokus auf Premium-Kunden. Das sind im Wesentlichen die A1-Vertragskunden1), denen Stützungen beim Kauf von neuen Endgeräten sowie ein umfangreicher Service geboten werden: Sie zeichnen mit einem Anteil von 52% am gesamten Kundenstamm der Telekom Austria Group in Österreich für 80% des Kundenwerts2) verantwortlich, bieten also einen signifikant höheren Wertbeitrag. Die Konzentration auf diese Premium-Kunden soll – ebenso wie das Konzept „More for More“, das auf ein umfangreicheres Leistungs- und Serviceangebot fokussiert – für eine Trendumkehr bei der Umsatz- und Ergebnisentwicklung sorgen. Weitere wichtige Eckpfeiler der Strategie sind neben der konsequenten Fortführung der Konvergenzstrategie höchste Standards in der Netzqualität und strikte Kostendisziplin.

Beim bereinigten EBITDA ist die angestrebte Trendwende nicht nur in greifbarer Nähe, sondern auf operativer Ebene im Grunde bereits erreicht: 2014 stieg das bereinigte EBITDA in Österreich um 1,4% an, das um Sondereffekte bereinigte EBITDA im Vergleich zum Vorjahr sogar um 9,2%. Die in dieser Zahl nicht berücksichtigten Sondereffekte betreffen einerseits eine Änderung der rechnungslegungsbezogenen Schätzungen der Umsätze in Verbindung mit der Einführung einer neuen Billing-System-Schnittstelle im Festnetzbereich in Österreich, die das Ergebnis im 2. Quartal mit 28,2 Mio. EUR belastete. Zusätzlich erforderte im 4. Quartal ein Urteil des EuGH die Bildung von zusätzlichen Personalrückstellungen für Beamte in Höhe von 30,1 Mio. EUR. Diese Einmaleffekte haben zwar verhindert, dass sich die operativ bereits erfolgte Trendumkehr auch im bereinigten Gruppen-EBITDA sichtbar niederschlägt; dennoch hat es die Telekom Austria Group klar geschafft, den rückläufigen Trend zu stoppen.

1) Premium-Kunden sind A1 Classic-Vertragskunden und Red Bull Mobile Kunden.
2) Kundenwert (Customer Value) = durchschnittlicher Erlös pro Mobilfunkkunde – direkte Kosten – Stützungen

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