CEE-Märkte im Detail

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Bulgarien

Wertberichtigung schafft neue Ausgangsbasis

Der bulgarische Marktführer im Mobilfunkbereich Mobiltel antwortet mit der konsequenten Umsetzung der Konvergenzstrategie auf den intensiven Wettbewerb, Regulierungseffekte und die schwache Konjunktur. Die 2014 vorgenommene Wertberichtigung schafft eine neue Basis für die künftige Entwicklung des Unternehmens.

Bulgarien – Hand (Illustration )

2005 erwarb die Telekom Austria Group 100% der Anteile am führenden bulgarischen Mobilfunkanbieter Mobiltel. 2011 wurden darüber hinaus zwei Festnetzbetreiber erworben, die als Basis für die Erweiterung des Portfolios um konvergente Produkte dienen. Heute bietet die Telekom Austria Group in Bulgarien konvergente Produkte für Festnetz- und Mobiltelefonie, Breitband-Internet, Mehrwertdienste und IPTV an. Mit einem Mobilfunk-Marktanteil von 37,6% ist die Gruppe in Bulgarien Marktführer und verfügt über 4,2 Millionen Mobilfunkkunden und etwa 153.600 Festnetzanschlüsse.

Bulgarien – Kennzahlen (Grafik )

Schwierige Rahmenbedingungen führen zu Wertberichtigung

Der bulgarische Telekommunikationsmarkt war – wie bereits in den letzten Jahren – auch 2014 von intensivem Wettbewerb geprägt, der insbesondere von Vivacom, dem drittgrößten Anbieter in Bulgarien, noch verstärkt wurde. Darüber hinaus herrschen mit einem anhaltenden Bevölkerungsrückgang, einer mit 12% hohen Arbeitslosigkeit und geringer Kaufkraft weiterhin schwierige makroökonomische Bedingungen vor, die sich negativ auf die Nachfrage auswirken. Auch auf politischer Ebene war 2014 mit der Bankenkrise im Juni, der Auflösung des Parlaments und Neuwahlen im Oktober ein turbulentes Jahr. Im Juni 2014 hat die Ratingagentur Standard & Poor’s das Rating des Landes auf BBB- zurückgestuft. Im Dezember 2014 folgte eine weitere Herabstufung des Ratings auf BB+. Hinzu kommen regulatorische Effekte, die das Ergebnis von Mobiltel weiterhin beeinflussen. So wurden die Terminierungsentgelte bis Jänner 2015 im Jahresvergleich um 5% gesenkt.

In Summe haben diese Entwicklungen zu einer Veränderung der Erwartungen für den gesamten bulgarischen Telekommunikationsmarkt und die Entwicklung von Mobiltel geführt. Die Telekom Austria Group reagierte darauf im Juni 2014 mit einer Wertberichtigung von 400 Mio. EUR, von der 59,4 Mio. EUR im Jahr 2013 und 340,6 Mio. EUR im Jahr 2014 zu erfassen waren (siehe Anhangangabe (1)).

Neues Management implementiert zahlreiche Stabilisierungsmaßnahmen

Mit dieser Wertminderung schafft die Telekom Austria Group eine neue, solide Basis für die künftige Entwicklung von Mobiltel. Parallel dazu hat das Unternehmen unter einem neuen Management eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um seine operative Leistung zu verbessern. So zielt insbesondere eine neue Markenpositionierung auf eine verbesserte Differenzierung zwischen der konvergenten Premium-Marke Mtel und der No-Frills-Marke bob ab. Damit setzt Mobiltel auf eine Mehrmarkenstrategie sowie auf eine Verbesserung des Markenimages und der Customer Experience. Begleitet werden diese marktseitigen Initiativen durch eine Reihe von Maßnahmen zur Kostenkontrolle und zur weiteren Verbesserung der Netzqualität. Zu Letzterem trägt nicht zuletzt die im April 2014 erfolgte Investition von 30,6 Mio. EUR in die Verlängerung des bestehenden Frequenzspektrums bei.

Aufgrund der generell steigenden Datennachfrage und einer Zunahme der mobilen Breitbandkunden sieht die Telekom Austria Group auch weiterhin mittelfristiges Wachstumspotenzial für den bulgarischen Markt. Die Maßnahmen des Jahres 2014 schaffen die Voraussetzungen dafür, dieses Potenzial langfristig zu nutzen.

1) Durchschnitt 2014E – 2016E, Quelle: Global Insights

Kroatien

Konvergenzstrategie in herausforderndem Markt

Mit konvergenten Produkten und LTE-Diensten behauptet sich Vipnet als Nummer 2 im kroatischen Markt in einem schwierigen wirtschaftlichen und regulatorischen Umfeld bei intensivem Wettbewerb.

Kroatien – Hand (Illustration )

Mit ihrer Tochtergesellschaft Vipnet ist die Telekom Austria Group seit 1998 im kroatischen Markt aktiv und verfügt über 1,7 Millionen Mobilfunkkunden und 219.900 Festnetzanschlüsse. Ein Marktanteil von 36,0% macht Vipnet zum zweitgrößten Mobilfunkbetreiber des Landes. Nach der Übernahme des größten kroatischen Kabelbetreibers B.net im Jahr 2011 hat die Telekom Austria Group ihr Portfolio in Kroatien 2013 um den Satelliten-TV-Anbieter Digi TV und vier zusätzliche Kabelbetreiber erweitert. Die Gruppe bietet auf dem kroatischen Markt konvergente Produkte für Festnetz- und Mobiltelefonie, Internet, Daten- und IT-Lösungen, Mehrwertdienste sowie IPTV an.

Kroatien – Kennzahlen (Grafik )

Regulatorische Einschnitte

Der kroatische Markt ist ähnlich wie der bulgarische von starkem Wettbewerb und makroökonomischen Herausforderungen geprägt. Regulatorische Maßnahmen nach dem BeitrittKroatiens zur EU im Jahr 2013 – darunter vor allem eine Senkung der Roaminggebühren und der Terminierungsentgelte – belasten die Ergebnisse in diesem zuvor unregulierten Markt. Zudem führt die signifikante Erhöhung der Frequenznutzungsgebühren im Juli 2014 zu erheblichem weiterem Druck auf die Margen.

Konvergenz und Straffung des Produktportfolios

Die Telekom Austria Group begegnet diesen Entwicklungen mit einer Vereinfachung ihres Portfolios. Dadurch reduziert sie nicht nur ihre Kosten, sondern schafft gleichzeitig auch Transparenz für den Kunden. Im mobilen Bereich wird zudem die Migration in das Vertragskundensegment forciert, um den hohen Anteil an Prepaid-Kunden weiter zu reduzieren.

Weiters setzt die Gruppe auf Konvergenz, um mit gebündelten Mobilfunk- und Festnetzangeboten die Abwanderungsquote bei den bestehenden Kunden niedrig zu halten und zusätzlich neue Kunden zu gewinnen. Nach mehreren Akquisitionen im Festnetzbereich können nun Up- und Cross-Selling-Möglichkeiten auf breiterer Basis ausgeschöpft werden. Unterstützt durch die Akquisition von vier Kabelbetreibern gelang es Vipnet, ihren Footprint im Festznetzbereich zu erweitern und die Zahl ihrer Festnetzanschlüsse im Jahr 2014 um 13,9% zu erhöhen.

Die Telekom Austria Group glaubt ungeachtet der aktuellen Herausforderungen an die mittel- bis langfristigen Wachstumschancen des kroatischen Marktes. Nach Österreich war Kroatien Anfang 2012 der zweite Markt, in dem die Gruppe LTE-Services anbieten konnte. Heute erreicht sie hier eine Abdeckung von 27%.

1) Durchschnitt 2014E – 2016E, Quelle: Global Insights

Weißrussland

Größter Wachstumsmarkt der Unternehmensgruppe

Als zweitgrößter Mobilfunkbetreiber des Landes verzeichnet velcom deutliches Wachstum. Nicht zuletzt die starke Nachfrage nach Daten sorgt hier für eine der stärksten operativen Entwicklungen der Unternehmensgruppe.

Weißrussland – Hand (Illustration )

Mit dem Erwerb von velcom trat die Telekom Austria Group 2007 in den weißrussischen Markt ein. Das Unternehmen verfügt über einen Marktanteil von 42,4% und ist damit heute der zweitgrößte Mobilfunkdienstleister in Weißrussland. Sein Angebot umfasst mobile Produkte für Sprachtelefonie, Internet und Mehrwertdienste. Für ausgewählte Geschäftskunden bietet velcom zudem entbündelte Festnetzdienste an.

Weißrussland – Kennzahlen (Grafik )

Hyperinflation und Währungsrisiko

Aus makroökonomischer Sicht hat Weißrussland in den letzten Jahren vor allem mit Hyperinflation und stark schwankenden Wechselkursen zu kämpfen. 2014 wertete der weißrussische Rubel gegenüber dem Euro um rund 9% ab und konnte damit den Verlust im Jahresvergleich etwas verlangsamen. Dennoch kam es zu entsprechenden Währungseffekten bei Umsatz und Ergebnis. Das nach wie vor hohe Wechselkursrisiko zeigte sich im Jänner 2015 in Form einer Abwertung des weißrussischen Rubels, die jedoch keine Auswirkungen auf die Konsolidierung für 2014 hatte.

Starke operative Ergebnisse

Ungeachtet der makroökonomischen Herausforderungen ist es der Telekom Austria Group gelungen, in Weißrussland starke operative Ergebnisse zu erzielen und den Markt zu einem der sich am besten entwickelnden Segmente innerhalb der Gruppe zu gestalten. Aufgrund der starken Nachfrage nach Datendiensten konnte velcom das bereinigte EBITDA 2014 im Jahresvergleich weiter steigern und generiert zudem als einziges Unternehmen in der Gruppe eine positive Handset-Marge. Der hohen Inflation und Volatilität des weißrussischen Rubels begegnet die Telekom Austria Group neben inflationsbedingten Preisanpassungen durch die möglichst weitgehende Entkoppelung ihrer Aufwendungen von Fremdwährungen – also das Bemühen, einen möglichst hohen Anteil ihrer Beschaffungsvorgänge in Landeswährung abzuwickeln.

Die Telekom Austria Group legt ihren strategischen Fokus in Weißrussland auf das Datenwachstum und zielt gleichzeitig auf hohe Effizienz sowohl bei ihren operativen Kosten (OPEX) wie auch bei ihren Investitionen (CAPEX).

1) Durchschnitt 2014E – 2016E, Quelle: Global Insights

Slowenien

Erweiterung des Frequenzspektrums und Kundenwachstum

Mit einer soliden Frequenzausstattung und hoher LTE-Abdeckung baut Si.mobil als Nummer 2 im slowenischen Mobilfunkmarkt ihre gute Marktposition weiter aus.

Slowenien – Hand (Illustration )

Die Telekom Austria Group ist mit dem Erwerb von Si.mobil im Jahr 2001 in den slowenischen Markt eingestiegen. Mit einem Marktanteil von aktuell 29,2% ist Si.mobil der zweitgrößte Mobilkommunikationsanbieter des Landes.

Slowenien – Kennzahlen (Grafik )

Der Wettbewerb im slowenischen Markt – dem im Segment Weitere Märkte der Telekom Austria Group am höchsten entwickelten Telekommunikationsmarkt – wird mit vier Netzbetreibern und drei MVNOs immer intensiver. Dadurch nimmt auch der Druck auf die Mobilfunkpreise stetig zu.

Mehr Kunden, mehr Frequenzen

Aufgrund des marktbedingten Preisrückgangs ging der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Mobilfunkkunde (ARPU) in Slowenien 2014 auf EUR 19,1 zurück, repräsentiert damit jedoch nach wie vor den höchsten Wert der Gruppe. Gleichzeitig konnte Si.mobil ihre Kundenbasis auf 681.500 Kunden ausbauen. Dabei wurden sowohl zusätzliche Vertragskunden als auch neue mobile Breitbandkunden gewonnen. Erfreulich verlief auch die Frequenzauktion im April 2014, bei der Si.mobil nahezu 50% der versteigerten Frequenzen für 63,9 Mio. EUR erwerben und damit die Basis für eine weitere Steigerung der Netzqualität schaffen konnte. Mittlerweile bietet die Telekom Austria Group in Slowenien – einem der insgesamt vier Länder, in denen sie mit LTE-Technologie vertreten ist – eine LTE-Netzabdeckung von mehr als 75%.

Ähnlich wie in anderen Ländern baut die Telekom Austria Group auch in Slowenien auf das anhaltende Datenwachstum. Um es zu nutzen, setzt die Unternehmensgruppe weiterhin auf eine erfolgreiche Positionierung als Anbieter mit einem überzeugenden Produktangebot, einer attraktiven Preispolitik, einem guten Markenimage und hoher Netzqualität.

1) Durchschnitt 2014E – 2016E, Quelle: Global Insights

Republik Serbien

Höhere Umsätze, attraktives Potenzial

Die serbische Tochter Vip mobile sticht mit deutlichem Umsatzwachstum hervor und hat sich mit Smartphones und mobilem Breitband etabliert.

Republik Serbien – Hand (Illustration )

Mit einer 2006 erworbenen Mobilfunklizenz stieg die Telekom Austria Group 2007 mit Vip mobile als dritter Mobilfunkbetreiber in den serbischen Markt ein. Seither ist es Vip mobile gelungen, mehr als 2 Millionen Mobilfunkkunden für sich zu gewinnen. Das Unternehmen hält damit aktuell einen Marktanteil von 22,5%.

Republik Serbien – Kennzahlen (Grafik )

Die regulatorischen Rahmenbedingungen in der Republik Serbien werden vor dem Hintergrund der Assoziierungsgespräche mit der EU schrittweise an EU-Standards angepasst. So wurden die Terminierungsentgelte bis Jänner 2015 weiter reduziert. Zudem steht Vip mobile vor der Herausforderung, dass sie auf große Teile des Mobilfunkspektrums keinen Zugriff hat, da den beiden Mitbewerbern im serbischen Markt wesentlich umfangreichere Frequenzspektren zugeteilt wurden. Als Antwort darauf hat Vip mobile mit den betreffenden Anbietern eine nationale Roamingvereinbarung getroffen und kann dadurch auch außerhalb städtischer Gebiete eine gute Netzqualität anbieten.

Umsatz- und Ergebnissteigerung

2014 konnte Vip mobile die Umsatzerlöse um 16,8% deutlich steigern; das bereinigte EBITDA blieb im Berichtsjahr stabil.

Um das Wachstumspotenzial des serbischen Marktes für sich zu nutzen, strebt die Gruppe neben der Erweiterung ihres Netzes eine Erhöhung des Anteils der Smartphone-Kunden und einen Ausbau des mobilen Datensegments an.

1) Durchschnitt 2014E – 2016E, Quelle: Global Insights

Republik Mazedonien

Neue Chancen durch Konvergenz

Dank der Übernahme des Festnetzbetreibers blizoo Macedonia im Jahr 2014 kann die Telekom Austria Group ihre Konvergenzstrategie nun bereits im vierten Markt umsetzen.

Republik Mazedonien – Hand (Illustration )

Mit dem Erwerb einer GSM-Lizenz startete die Telekom Austria Group im Jahr 2007 mit Vip operator ihre Aktivitäten auf dem mazedonischen Markt. Als zweitgrößter Mobilfunkbetreiber hat Vip operator derzeit einen Marktanteil von 28,2%. Das mazedonische Tochterunternehmen verfügt über ein 3G-Netz und seit 2013 auch über eine LTE-Lizenz. Kommerzielle LTE-Dienste werden seit Juli 2014 angeboten.

Republik Mazedonien – Kennzahlen (Grafik )

Intensiver Wettbewerb und eine schwierige makroökonomische Situation prägen auch den Markt in der Republik Mazedonien. Im Zuge der Assoziierungsgespräche mit der EU werden die regulatorischen Rahmenbedingungen hier ebenfalls schrittweise an EU-Standards angepasst. So trat 2014 ein neues Gesetz zur elektronischen Kommunikation in Kraft, ebenso wurden die Terminierungsentgelte stark gesenkt. Dies führte auch bei Vip operator zu einem Rückgang der Umsatzerlöse. Die Zahl der Mobilfunkkunden ging zwar auf 622.000 leicht zurück, der Anteil der Vertragskunden stieg dabei allerdings auf 52,4%.

Übernahme von blizoo, Verschmelzung mit One

Ein wichtiger Erfolg gelang der Telekom Austria Group 2014 mit der Übernahme des Festnetzanbieters blizoo Macedonia. Damit ist die Republik Mazedonien nun der vierte Markt, in dem die Gruppe ihre Konvergenzstrategie umsetzen und ein Portfolio an kombinierten Mobilfunk- und Festnetzprodukten für gezieltes Up- und Cross-Selling nutzen kann. Ihre Marktpräsenz würde die Telekom Austria Group darüber hinaus durch den Zusammenschluss ihrer Tochtergesellschaft Vip operator mit One, dem drittgrößten Mobilfunkanbieter im mazedonischen Markt, stärken. Abhängig von der noch ausständigen behördlichen Zustimmung wird die Gruppe eine Mehrheit von 55% der Anteile an der neu geschaffenen Gesellschaft halten und somit die alleinige Kontrolle ausüben. Damit kann die Telekom Austria Group das Wachstumspotenzial, das aus der wachsenden Bedeutung moderner Kommunikationsanwendungen in der Republik Mazedonien entsteht, aus einer starken Position heraus erschließen.

1) Durchschnitt 2014E – 2016E, Quelle: Global Insights

Frau mit Landkarte der CEE Region (Illustration )
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